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Ruhrtriennale


18. August bis 30. September 2017

 

700 Künstler aus rund 30 Ländern werden Teil des diesjährigen Festivals der Künste sein. Unter den 41 Produktionen befinden sich 26 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen.

 

Das Festival eröffnet am 18. August 2017 in der Jahrhunderthalle Bochum mit einer Neuinszenierung von Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“. In dieser Oper der Moderne überführt Debussy reale Erfahrungen der Moderne in rätselhaft anmutende Szenen: die Erfahrung einer existenziellen Einsamkeit, Angst und Verlorenheit. Eine Woche später wird mit „Kein Licht.“ (25.08.) eine Auftragsarbeit und internationale Koproduktion für die Ruhrtriennale in der Gebläsehalle des Landschaftspark Duisburg-Nord zur Uraufführung gebracht. Philippe Manourys Komposition nach einem Text von Elfriede Jelinek nimmt das Publikum mit in eine Welt nach dem Super-GAU.

 

Am 18. August hält die Schriftstellerin Herta Müller in der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum die Festspielrede zur Eröffnung der Ruhrtriennale. Bei einem Symposium am zweiten Festivalwochenende diskutieren Publikum und geladene Gäste im Refektorium Zukunftsfragen rund um das Thema „The End of Everything is a New Beginning“. Das ZEIT Forum Kultur setzt sich am 27. August gemeinsam mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und Politaktivistin Claudine Nierth mit dem Widerstand gegen ein viel gescholtenes „Establishment“ auseinander.

 

Die Großinstallation „The Good, the Bad and the Ugly“ von Atelier Van Lieshout wird ab dem 18. August den Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum in ein verrücktes Kunstdorf verwandeln. Ebenfalls an der Jahrhunderthalle Bochum zeigt der Filmkünstler Julian Rosefeldt eine neue Arbeit, die als Beitrag von Urbane Künste Ruhr für die Ruhrtriennale produziert wurde. „Euphoria“, eine Filminstallation, die auf Basis von Phishing Mails die Abgründe menschlicher Gier ergründet, wird ab dem 20. August an der Außenwand des Dampfgebläsehauses nach Einbruch der Dunkelheit zu sehen sein. Eine weitere Produktion von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll wird als Ausstellung gezeigt: „Truck Tracks Ruhr – The Compilation“ in der Mischanlage der Essener Kokerei Zollverein (ab dem 19.08.).

 

Auch in diesem Jahr spannt die Ruhrtriennale einen weiten musikalischen Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Am Eröffnungswochenende des Festivals findet „Ritournelle“ statt, die Festivalnacht der elektronischen Musik. Bis in die frühen Morgenstunden feiern Festivalbesucher am 19. August zu den Sounds von Nicolas Jaar, Sohn, Mykki Blanco, Actress und Künstler des Denovali Labels. Kurt Wagner kehrt mit „Lambchop“ für ein Konzert in der Jahrhunderthalle nach Bochum zurück (23.08.). Ebenfalls dabei ist die kanadische Folkband Timber Timbre. Der Programmbeitrag von ChorWerk Ruhr, „Memoria“, verbindet spanische Renaissance mit New Yorker Abstract Expressionism. ChorWerk Ruhr präsentiert in der Maschinenhalle der Dortmunder Zeche Zollern Werke von Tomás Luis de Victoria, John Cage und Morton Feldman (25.08.).

 

Die erste Tanz-Trilogie der Ruhrtriennale findet ihr Finale bei PACT Zollverein. Der Choreograf Richard Siegal, dessen Arbeiten für die Spielzeiten 2015 bis 2017 auf Dantes „Göttlicher Komödie“ fußten, zeigt mit „El Dorado“ zum ersten Mal alle drei Teile der Trilogie an einem Abend (ab dem 25.08.). Auch Anne Teresa De Keersmaeker kehrt 2017 ins Ruhrgebiet zurück. Ihre neueste Choreografie „Bach. Cellosuiten“ wird am 26. August in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel uraufgeführt. Die Choreografin Meg Stuart ist mit ihrer Tanzkompanie Damaged Goods in der Zentralwerkstatt in Dinslaken-Lohberg zu Gast, um alternative Formen der künstlerischen Produktion und Aufführung zu erarbeiten.

  

www.ruhrtriennale.de

Mykki Blanco © Foto: Scott Kaplan
Leigh Melrose © Foto: Chris Gloag