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Das Abenteuer unserer Sammlung II


bis 1. Oktober 2017

 
Noch einmal werden dafür alle Räume des Museums bespielt. Ausgehend von soziokulturellen und museumsgeschichtlichen Zusammenhängen bündelt „Das Abenteuer unserer Sammlung II“ nun Werke vom späten Mittelalter bis heute zu zwei großen Erzählungen: private Leidenschaft für öffentliche Kunst und das Museum als Motor für künstlerisches Handeln.


Die erste Etage ist den vielen Stiftern, Förderern und Mäzenen gewidmet, die in den letzten 120 Jahren wesentlich zum Wachsen der Sammlung beigetragen haben. Privates Engagement trägt seit dem 19. Jahrhundert zur Profilierung von Sammlungen bei. In Krefeld sind es immer wieder Bürger, die aus unterschiedlichen Gründen das kulturelle Bild ihrer Stadt mitgeprägt haben. So ist das Gebäude des Kaiser Wilhelm Museums selbst bereits ein Geschenk und ein kulturelles Bekenntnis einer selbstbewussten Bürgerschaft. Da das Kaiser Wilhelm Museum als Museum für bildende und angewandte Kunst gegründet wurde, kommen um 1900 Gemälde von Franz von Lenbach, Wilhelm von Kaulbach und Claude Monet ebenso in die Sammlung wie Skulpturen aus dem späten Mittelalter. Eine große Anzahl von Figuren eines Wayang-Theaters aus Java zeugen von einem weltweiten Beziehungsgeflecht, in dem sich das Museum bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewegte.


In der zweiten Erzählung von „Abenteuer unserer Sammlung II“ geht es auch um das Zusammenspiel von Museum und Künstlern. In den ersten Jahren bestimmte die Reformbewegung das Programm des Hauses. Zeitgenössische Künstler des Jugendstil wie Henry van de Velde oder Otto Eckmann entwickelten im Auftrag des Museums Vorlagen und Entwürfe für Gebrauchsgegenstände. Das Kaiser Wilhelm Museum war Schnittstelle zwischen künstlerischer Idee, handwerklicher und industrieller Fertigung und einem breiten bildungshungrigen Publikum. Nach 1945 richteten Künstler mit ortsspezifischen Projekten die institutionelle Zusammenarbeit neu aus. Christo, Yves Klein, die Gruppe Haus-Rucker-Co und später Rosemarie Trockel, Andreas Slominski und viele andere ließen sich vor allem auf die Häuser Lange und Esters ein, die Ende der 1920er Jahre von Ludwig Mies van der Rohe im Stil des Neuen Bauens entworfen wurden. Die Moderne als utopisches Feld wie auch der Kontext der Privathäuser geben bis heute den Anlass zu einer kreativen Auseinandersetzung mit diesem Ort.

    
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Harald Klingelhöller Blaue Blume, 1984 Gips, Holz, Latexabtönfarbe 182 x 315 x 129 cm Schenkung der Hypo-Kulturstiftung, München 1985 Slg. Kunstmuseen Kefeld © der Künstler Foto: Volker Döhne

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Joe Scanlan Début du siècle, 1997 Holz, Stoff, Kunststoffrohr Installationsmaß variabel Installationsansicht Das Abenteuer unserer Sammlung II Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld 2017 © Joe Scanlan Foto Volker Döhne, Kunsmuseen Krefeld

  • Robert Rotar Rotation Fliehkraft Rotation blau No. 11, 1969 Öl auf Leinwand 80 x 80 cm Schenkung Ingrid Skiebe, Düsseldorf 2017 © 2017 VG Bild-Kunst Foto: Volker Döhne, Kunstmuseen Krefeld