ausstellung | bonn

Nanne Meyer


bis 8. Oktober 2019

 

Die Künstlerin Nanne Meyer (*1953, Hamburg, lebt in Berlin) widmet sich seit den 1970er-Jahren ausschließlich der Zeichnung. Diese Konzentration hat ein vielfältiges Werk hervorgebracht, das mit der Linie als Leitmedium die unterschiedlichen Aspekte, Formen und Materialien des Zeichnerischen erkundet und bis ins Malerische und Objekthafte erweitert. Neben Blei- und Farbstift, Kreide und Tinte verwendet Nanne Meyer unter anderem Dispersionsfarbe, Gouache, Lack, benutzt Fundstücke des alltäglichen Lebens, Landkarten, Lehrbücher, Schablonen, die sie bezeichnet und in eine eigene Bildrealität transformiert.

 

Zeichnen ist Denken und zugleich Arbeit an einem offenen Bildvokabular des Wirklichen und Möglichen. Nanne Meyer entwirft eine instabile Kartografie der Welt, die nichts festlegt und zu keinem Ende kommt, sondern ihre Präsenz und Produktivität gerade aus dem Schwanken, dem Verwandeln, dem Einfügen und wieder Verschwinden gewinnt. So entstehen Serien wie „Wandlungen“, „Luftblicke“, „Verwischtes“, „Begraute“, „Lineament mit Worten“ und „Jahrbücher“, die von Prozessen zwischen Linie und Ding, Bild und Sprache handeln.

 

Die in enger Kooperation mit der Künstlerin realisierte Ausstellung mit Werken der 1980er-Jahre bis zu Zeichnungen, die für die Ausstellung entstanden sind, gibt den bisher größten Überblick über ein Werk, das voller Fantasie der Zeichnung neue Möglichkeiten erschlossen hat.

 

www.kunstmuseum-bonn.de

  • Nanne Meyer, Stadtplan für Mädchen, 1997, Dispersionsfarbe, Farbstift und Gouache auf Schnittmusterbogen, 52,5 x 67 cm, Privatbesitz, Köln, © Nanne Meyer, Foto: Farbanalyse, Köln
  • Nanne Meyer, Vorhänge, 2010, Farbstift auf Dispersionsfarbe auf Makulaturpapier, 29,5 x 24,6 cm © Nanne Meyer, Foto: Farbanalyse, Köln