ausstellung | düsseldorf

Carsten Nicolai


bis 19. Januar 2020

 

Die Ausstellung gibt mit etwa 40 multimedialen Arbeiten einen Überblick über das Werk des Künstlers und Musikers Carsten Nicolai (*1965, Chemnitz), der seit den frühen 1990er-Jahren an den Schnittstellen von bildender Kunst, Musik und Naturwissenschaft arbeitet. Nicolai erzeugt mit elektronischem Klang- und Lichtmaterial minimalistische Installationen, Sound Performances und Visualisierungen von physikalischen Phänomenen, die Systeme und Strukturen der Medienwelt reflektieren. Als Musiker ist er unter dem Pseudonym „Alva Noto“ einer der bekanntesten Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik.

 

Im K21 organisiert Nicolai den weitläufigen Raum im Untergeschoss als offenes Set für die Präsentation seiner vielfach auf Interaktion angelegten Arbeiten. Der Titel der Ausstellung spielt auf das physikalische Phänomen der Parallaxe (von altgriechisch parállaxis, „Veränderung, Hin- und Herbewegen“) an, das die scheinbare Änderung der Position eines Objekts bezeichnet, wenn sich der Standpunkt der Beobachtung verschiebt. Die Symmetrie der Ausstellung leitet sich von der darin auf unterschiedliche Weise verarbeiteten Polarität von schwarz und weiß sowie hell und dunkel ab. Licht und Dunkelheit, Geräusch und Stille, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sind Gegensatzpaare, die Nicolai produktiv in seiner künstlerischen Praxis nutzt. Hinter der nüchtern eleganten Ästhetik der Objekte und Installationen versteckt sich oft ein komplexer funktionaler Zusammenhang, der sich auf technische und physikalische Versuchsanordnungen und oft auch auf historische Aspekte naturwissenschaftlicher Forschung bezieht.

    

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  • Carsten Nicolai, future past perfect pt.1 (sononda), 2010, HD, Video, 07:28 min (Videostill) © Kunstsammlung NRW
  • Carsten Nicolai, 98 % wasser, 2002, Aquarium, Wasser, Aurelia Aurita Quallen, Größe variabel © Kunstsammlung NRW
  • Carsten Nicolai, anti, 2004, PP Leichtbaustruktur, Soundmodule, Thereminmodule, Transducer, Verstärker, lichtabsorbierende schwarze Farbe, 300 × 255 × 255 cm, Foto: Uwe Walter © Kunstsammlung NRW