ausstellung | münster

Tobias Euler, Thies Mynther, Veit Sprenger


bis 22. Juni 2020

 

Der blinde Komponist, Dichter und Musiktheoretiker Moondog (1916–1999) war eine wichtige Figur der Gegenkultur der 1960er- und 1970er-Jahre. Moondog, der „Viking of the 6th Avenue“, der sowohl in den USA als auch in Deutschland als Straßenkünstler, mobiler Poet und Instrumentenbauer aktiv war, hat bis heute einen wichtigen Einfluss auf die zeitgenössische Kunst. Sein Lebensweg führte den US-Amerikaner ab Mitte der 1970er-Jahre zunächst nach Hamburg, dann über Recklinghausen nach Münster.

 

Ausgehend von den Werken Moondogs haben der Komponist Thies Mynther und der Theatermacher Veit Sprenger in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Tobias Euler eine Musikmaschine geschaffen. Die „Moon Machine“ ist eine mobile Musikinsel mit pneumatischen Instrumenten und mechatronischen Klangautomaten, Sonnenschirm, Signalhörnern und akustischen Kollisionswarngeräten, die von den beiden Performern Mynther und Sprenger bespielt wird. Im Rahmen der Ausstellung setzt das Trio das interdisziplinäre Projekt fort. Während der Laufzeit der Ausstellung wächst die „Moon Machine“ zur Installation heran und verbindet sich mit den Räumlichkeiten der Kunsthalle. In der Abwesenheit der beiden Performer wird die Maschine selbst zur Akteurin: Immer wieder ertönen aus der Maschine einige Sequenzen, die von den Künstlern erarbeitet wurden und nie gespielte Kompositionen aus dem Spätwerk Moondogs aufgreifen. In der Verbindung von Skulptur und Klang eröffnet die akustische Plastik neue Wahrnehmungsräume.

    

https://www.stadt-muenster.de/kunsthalle/ausstellungen.html

  • Moon Machine, 2019 Foto: Ralf Emmerich
  • Thies Mynther Foto: Sandra Trostel Make-Up: Alex Murray-Leslie
  • Moondog, Hamburg 1974 Foto: Beatrice Frehn