ausstellung | krefeld

Folklore & Avantgarde


bis 23. Februar 2020

 

Meist wird das Zeitalter der Moderne mit der Abkehr von Traditionen und einem neuen universellen Anspruch in der Kunst in Verbindung gebracht. Die Krefelder Schau widmet sich anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums nun erstmals dem Einfluss von lokalen volkstümlichen Traditionen – insbesondere von Kunsthandwerk und Volkskunst – auf die Protagonisten der Avantgarde bei der Entwicklung einer neuen künstlerischen Sprache. Im Fokus stehen Schlüsselpositionen der frühen Avantgarde-Entwicklung in Europa und den USA. Die Schau verortet die ausgestellte Kunst dabei innerhalb der zeitgenössischen Kontexte. Auf diese Weise werden die Ausstellungsthemen für heutige Fragestellungen unmittelbar relevant. In einer besonderen Ausstellungsarchitektur, die mit Fachwerk-Bezügen das Ausstellungsthema reflektiert, präsentiert die Ausstellung über 350 Exponate. Internationale Leihgaben aus 38 privaten und öffentlichen Sammlungen zeigt die Ausstellung zusammen mit ausgewählten Exponaten aus dem Krefelder Bestand.

 

Zwölf thematische Kapitel beleuchten die Komplexität und Vielfalt der künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Volkskunst. Während zum Beispiel Künstler wie Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Natalja Gontscharowa einerseits einen Bruch mit den Traditionslinien der Kunst behaupten und ein neues Zeitalter einzuläuten versuchen, befassen sie sich andererseits intensiv mit Formensprachen und Techniken, die durch Brauchtum und Volkskunst aus nahezu allen Teilen der Welt geprägt sind, sich Picasso für afrikanische Masken begeistert, Gabriele Münter oberbayerische Hinterglas- und Votivmalerei oder Elie Nadelmann amerikanische Volkskunst sammelt.

     

www.kunstmuseenkrefeld.de

  • Ausstellungsansicht "Folklore & Avantgarde", Foto: Dirk Rose
  • Ausstellungsansicht, Kostümskizzen zum Ballett Les Noces (Die Hochzeit) von Natalja Gontscharowa im Zusammenspiel mit volkstümlichem Spielzeug, Foto: Dirk Rose
  • Ausstellungsansicht, religiöse Darstellung der russischen Künstlerin Natalja Gontscharowa, die sich durch Ikonen wie der des Hl. Nikolaus hat inspirieren lassen, Foto: Dirk Rose