ausstellung | düsseldorf

Yann Annicchiarico

 

bis 08. November 2020

 

Für seine Einzelausstellung entwickelte der Künstler Yann Annicchiarico (*1983, lebt und arbeitet in Luxemburg) eine raumfüllende Installation, die sich auf spannende Weise in die besondere Architektur des unterirdischen Raumes einfügt. Innen und außen, oben und unten sind nicht mehr klar zu unterscheiden, visuelle und akustische Eindrücke fordern die Sinne. Genau hier setzt die Intention von Annicchiarico ein: Für ihn liegt das eigentliche Werk in der Wahrnehmung des Betrachters, in seiner ästhetischen Erfahrung, die er in den verschiedenen „Räumen“ macht. Hierbei bezieht sich der Künstler sowohl auf die gegebenen Wände des Tunnelraumes, auf die darin aufgebaute Installation als auch auf jeglichen Raum, der durch seinen Eingriff und die Erfahrung des Betrachters entsteht. Die Augen tasten sich durch Strukturen und Wände, sehen Objekte und gleichzeitig den Raum, sehen Türen, die keine Türen sind, und Spots blenden. Auf den zweiten Blick werden Dinge an den Wänden sichtbar. Beim bewussten Betrachten findet ein Aufhebungsprozess statt, der eine fast meditative Erfahrung bieten kann, wenn Licht und Dunkel erfasst werden, Bewegung und Stillstand. Schwarze Wände gaukeln vor, dass es eigentlich nichts zu sehen gibt, aber sie schaffen und verbauen Perspektiven. In Annicchiaricos Werk existiert das eine nicht ohne das andere.

 

Die Besucher erleben so einen Parcours ins Absurde, sie können die Grenzen ihrer Wahrnehmung erkunden und aktiv am künstlerischen Prozess teilhaben.

  

www.kunst-im-tunnel.de

  • Yann Annicchiarico, Atelieransicht, 2019, Künstlerresidenz in der Fonderie Darling in Montreal, Focuna Stipendium
  • Yann Annicchiarico, La moitié des yeux, 2019, Nosbaum-Reding, Foto: Tania Bettega
  • Yann Annicchiarico, L’espace de Monsieur Polyèdre, 2019, Filmstill, Kamera: Mäité Marra