ausstellung | essen

Nancy Spero


bis 25. August 2019

 

Sie gehört zu den bedeutendsten US-amerikanischen Künstlerinnen ihrer Generation. Auf vielschichtige Weise setzt sie sich mit existenziellen Aspekten des Menschseins auseinander. Krieg und Gewalt spielen in ihrem Werk ebenso eine Rolle wie Ungerechtigkeiten im Verhältnis der Geschlechter. Ihr wichtigstes Ausdrucksmittel sind figurative Darstellungen von weiblichen Körpern, wobei sie überlieferte Bildtypen aufgreift und neu kombiniert. Spero verwendet lange Papierbahnen, die sie bemalt, collagiert und mit eigens gefertigten Figurenstempeln bedruckt.

 

Zu ihren frühesten Werken gehören die „Paris Black Paintings“ – großformatige Gemälde von Liebespaaren vor dunklem Fond, die wie isoliert von der Welt erscheinen. Als sie mit ihrer Familie 1964 von Paris in die USA zurückkehrt, nimmt das Werk unter dem Einfluss des Vietnam-Kriegs eine starke Wendung: Spero beginnt die „War Series“, eine Gruppe von mehr als einhundert Bildern, die in schonungsloser Weise Krieg und Gewalt anprangern. Sie malt nun nicht mehr auf Leinwand, sondern verwendet Papier als Bildträger – eine Entscheidung, mit der sie sich bewusst von der männlich dominierten Malerei in den USA abgrenzt. Als Aktivistin betätigt sie sich in diesen Jahren nicht nur gegen den Krieg, sondern beteiligt sich an vielfältigen Aktionen, um mit Gleichgesinnten die Missachtung von Künstlerinnen zu bekämpfen. 1972 gründet Spero gemeinsam mit anderen Frauen in New York eine kooperative, nur Künstlerinnen offen stehende Galerie, die immer noch existierende A.I.R. Gallery.

 

In der Ausstellung werden rund 80 Werke aus dem Zeitraum von 1960 bis 2008 gezeigt, vor allem Arbeiten auf Papier, aber auch Gemälde und eine raumgreifende Installation.

 

www.museum-folkwang.de

  • Nancy Spero Who needs, 1990 Handdruck und Collage auf Papier, 55 x 80 cm Barbara Gross Galerie, München © The Nancy Spero and Leon Golub Foundation for the Arts / VG Bild-Kunst, Bonn 2019
  • Stephan Reusse und Nancy Spero Nancy Spero, 1989 Aus der Serie der Collaborations von Stephan Reusse Fotoleinen mit Handdruck in Acrylfarbe, 179 x 123 cm Courtesy Galerie Inge Baecker, Bad Münstereifel © VG Bild-Kunst, Bonn 2019