ausstellung | frankfurt am main

Primary Structures


bis 13. August 2017

 

In einer großen Überblicksschau mit fast 50 Künstlern präsentiert das MMK erstmals umfassend die wichtigsten Werke dieses Sammlungsbestands.

 

Serialität, Konzeptualität und industrielle Fertigung waren die neuen Prinzipien der Künstler Carl Andre, Walter De Maria, Dan Flavin, Donald Judd und Fred Sandback, die mit ihren radikalen Werken in den 1960er Jahren die Kunst revolutionierten. Sie verwendeten industriell gefertigte oder bearbeitete Materialien und reduzierten ihre Arbeiten auf einfache, übersichtliche und meist geometrische Grundstrukturen, die sogenannten „Primary Structures“. Mit dem Titel knüpft die Ausstellung im MMK 2 an die gleichnamige Ausstellung im Jewish Museum in New York 1966 an – die erste Ausstellung dieser damals neuen Kunstströmung.

 

Für die Präsentation im MMK 2 wurde die legendäre Münchener Galerie von Heiner Friedrich mit zwei historischen Ausstellungen von 1968 rekonstruiert, mit denen die Rezeption der Minimal Art in Deutschland begann: Carl Andres Bodenskulptur „22 Steel Row“ und Dan Flavins Lichtinstallation „Two primary series and one secondary“. Beide Werke wurden von den Künstlern für die dreiteilige Raumfolge der Münchener Galerieräume konzipiert. Heiner Friedrich widmete sich ab 1968 konsequent der Minimal Art und stellte erstmals in Deutschland Künstler wie Sol LeWitt, Carl Andre, Dan Flavin, Walter De Maria, Fred Sandback oder Robert Ryman in Einzelausstellungen vor.

 

Neben Werken der wichtigsten Vertreter der Minimal Art in den USA und Deutschland sind auch neuere Werke zu sehen, die sich maßgeblich auf den Minimalismus beziehen. Dazu gehören Arbeiten von Jo Baer, Bruce Nauman, Robert Mangold, Charlotte Posenenske, Peter Roehr, Lewis Stein und William Forsythe, aber auch Vertreter jüngerer Künstlergenerationen wie Michael Beutler, Benedikte Bjerre, Ceal Floyer, Teresa Margolles, Sarah Morris, Santiago Sierra oder Jonas Weichsel.

 

Ihren Abschluss findet die Ausstellung mit der Arbeit „Outdoor-yellow 13“ (2004) von Michael Beutler in der Hauptlobby des TaunusTurms. Für die ungewöhnliche Raumhöhe der Lobby hat der Künstler seine Arbeit ortsspezifisch verändert und erweitert. Mit der industriell vorgegebenen Primärfarbe und ihrer Materialität knüpft Beutlers Arbeit inhaltlich an die Konzepte der Minimal Art an.

     

www.mmk-frankfurt.de

 

© Foto Startseite:

Michael Beutler: outdoor-yellow 13, 2005/2011

Ausstellungsansicht/exhibition view MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Courtesy Michael Beutler, Foto/photo: Axel Schneider

 

© Foto Rubrik Ausstellungen:

Dan Flavin: Ohne Titel (to Barbara Nüsse), 1971

MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Courtesy Estate of Dan Flavin / VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Foto/photo: Axel Schneider

  • Sarah Morris: Parrot [Origami], 2009 MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Courtesy Sarah Morris, Foto/photo: Axel Schneider