ausstellung | leverkusen

Miroslaw Balka


bis 7. Januar 2018

 

Mit seiner Ausstellung ziehen existenzielle Fragestellungen ins Museum Morsbroich ein. Das Lesen der Spur verweist immer zugleich auf Abwesendes, auf ein nicht mehr oder noch nicht Vorhandenes – mit anderen Worten auf die Leere. So wird der Besucher in der Ausstellung fast zu einem gewieften Spurenleser. Bei den Arbeiten von Miroslaw Balka kann er sich sicher sein, dass das, was er sieht, durch eine sehr lange kulturelle Erfahrung aufgeladen ist und mehrfach aufgebrochen wurde: eine Erfahrung, die sich auf biografische Aspekte und die Auseinandersetzung des Künstlers mit der Geschichte gründet, vornehmlich der Geschichte Polens mit dem durch die Nationalsozialisten verursachten, in den Holocaust mündenden Grauen des Zweiten Weltkriegs. Das Sehen stellt also nur den Anfang einer fundierten und kritischen Wahrnehmungserfahrung des Besuchers dar, auch das Sich-Bewegen im Raum sowie das Fühlen und Hören schließen das Erfahren mit ein. Der strenge, entsagende Formalismus, den Balka mit sehr minimalen Formen und Gesten kombiniert, wird oftmals durch die Rauheit der Materialien wie Beton, Gips oder Zement noch gesteigert und zugleich durch Materialien wie Salz, Haar und Asche, die an den Körper erinnern, assoziativ aufgeladen.

 

Die Ausstellung im Museum Morsbroich ist die dritte einer als Trilogie angelegten Werkschau, die mit Nerve.Construction im Museum of Art in Lodz (2015) ihren Anfang nahm und mit CROSSOVER/S im Hangar Bicocca (Mailand, 2017) fortgeführt wurde. Während in Lodz Zeichnungen und Skulpturen einander gegenübergestellt und in Mailand mit 18 Installationen und Videoarbeiten eine weitläufige Industriehalle bespielt wurden, inszeniert der Künstler im Museum Morsbroich in 19 Ausstellungsräumen die Leere.

    

www.museum-morsbroich.de

 

© Werk Startseite:

250 x 200 x 19, 2 x (60 x 40 x 14), 2001, Teppich, Salz, MDF, Plexiglas und Licht Teppich: 250 x 200 x 19 cm; Lampen: je 60 x 40 x 14 cm, Courtesy der Künstler und Gladstone Gallery, New York und Brüssel

 

© Werk Rubrik Ausstellungen:

48 x 24 x 21, 2017, Terrazzo, Stahl, Plastik, 48 x 24 x 21 cm, Courtesy der Künstler und Galleria Raffaella Cortese, Mailand

  • MAD A GAS CAR, 2012 Stahl, schwarz bemalte Buchstaben, Maße variabel Sammlung Philara, Düsseldorf