ausstellung | bonn

STEREO_TYPEN


bis 02. Juni 2019

 

Für die gezeigten Künstler gehört es zum selbst gestellten künstlerischen Auftrag, die vermeintliche Normalität von Heterosexualität und damit der Zwei-Geschlechter-Ordnung in Zweifel zu ziehen und Visionen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Kunst und Gesellschaft zu entwerfen.

 

Jedoch können diese Aspekte nicht losgelöst von anderen Dimensionen gesellschaftlichen Zusammenlebens betrachtet werden. Unmittelbar damit zusammen hängen die Erforschung von Konstruktion, Inszenierung und Auflösung des Künstler-Egos sowie des Verhältnisses zwischen Betrachter und Kunstwerk. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Begriff der „Queerness“, der inzwischen nicht mehr nur als eine griffige Formel für die LGBTIQ*-Bewegung zu verstehen ist, sondern vielmehr als eine Position der Identitäts- und Gesellschaftskritik in Form des Durchkreuzens oder Unterlaufens von „Normalität“. In diesem Sinne sind alle gezeigten Werke „queer“.

 

Zeitlich verdichtet sich die Präsentation in den 1970er- und 1980er-Jahren, einer Zeit, in der als Folge der 1968er-Revolution mit besonderer Offenheit und Experimentierfreude Rollenbilder hinterfragt und demontiert wurden.

 

www.kunstmuseum-bonn.de

  • Jürgen Klauke, Begegnung, 1975, Serie von 30 Schwarzweiß-Fotografien, © VG Bild-Kunst
  • Wolfgang Tillmans, Anders (Brighton Arcimboldo), 2005, © Wolfgang Tillmans, Courtesy: neugerriemschneider Berlin
  • Rudolf Bonvie, 14 Personen - 25 Narzissen, 1976, Serie von 14 Schwarzweiß-Fotografien, © VG-Bild-Kunst