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Kinemathek Matadero Madrid


Riesige goldglühende Leuchten umgeben die Treppen des ehemaligen Schlachthofes Matadero de Legazpi in Madrid. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut, wurde das Gebäude als Schlachthof und Viehmarkt für etwa 85 Jahre genutzt und 2009 von den spanischen Architekten Josemaría de Churtichaga und Cayetana de la Quadra-Salcedo in eine Kinemathek umgewandelt. Zu der Cineteca, die sich auf Dokumentarfilme spezialisiert hat, gehört ein Filmarchiv, ein Filmstudio, zwei Vorführsäle und ein Freilichtkino.

In den drei Etagen des Filmarchivs sind die Decken, Wände und Böden mit dunkelgrau lackiertem Holz ausgestattet, um die Archivalien möglichst lichtgeschützt aufzubewahren. Die Architekten spielen in ihrer Innenraumgestaltung mit einer speziellen Art von Lichtquelle. Die Beleuchtung stammt nicht von Lampen, sondern von veritablen Leuchtstäben, die mit durchsichtigen Kunststoffschläuchen umwebt sind. Die leuchtend orangefarbenen Strukturen dominieren das Gebäude und tauchen es in einen goldenen Glanz. Im großen Kinosaal wird dieselbe Technik angewandt, doch leicht abgewandelt. Schattierungen von Schwarz definieren den Raum und der goldfarbene Lichtschein verschmilzt mit der Wand, bis der Film beginnt. Der Raum wirkt dadurch wie ein überdimensional leuchtender Weidenkorb, der warmes Licht ins Dunkel bringt. Der Hintergrund verschwindet für das Auge und eine lebendige schwarze Oberfläche bleibt übrig.

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  • Alle Bilder © Fernando Guerra, FG + SG Fotografia de arquitectura