stadtzauber interviewt

Dr. Stefan Kraus

Direktor von Kolumba    

 

Stefan Kraus, 1960 in Köln geboren, Studium der Kunstgeschichte und Germanistik, 1983 bis 1989 freier Mitarbeiter des Kölnischen Kunstvereins, 1991 Promotion über den rheinischen Expressionisten Walter Ophey, seit 1991 Kustos am Diözesanmuseum Köln, seit Mai 2008 Leiter von Kolumba. 

@ Fulvio Zanettini / laif

 

Welche Kulturveranstaltung haben Sie zuletzt besucht?

SK: „Die Eröffnung der Ausstellung von Michael Toenges in der Galerie Margret Roeder.“

 

Was ist für Sie der schönste Ort von Köln?

SK: „Der Dom, morgens vor 8 Uhr.“

 

Wo gehen Sie am liebsten essen?

SK: „In der eigenen Küche. An einem Sommerabend am Strand.“

 

Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in Ihrem Leben?

SK: „Eine grundlegende, existentielle.“

 

Was lieben Sie an Ihrer Arbeit?

SK: „Das Gespräch mit Menschen vor Kunstwerken.“

 

Was darf nicht in Ihrem Kühlschrank fehlen?

SK: „Ein Pils.“

 

Welches Buch ist für Sie ein wichtiges?

SK: „Glücklicherweise fragen Sie nicht nach dem wichtigsten Buch. Ich könnte mich nie für ein einziges entscheiden. Hier eine Auswahl: Das Buch Kohelet; Böll, Gruppenbild mit Dame; Capote, Die Grasharfe; Goethe, Die Wahl- verwandtschaften; Hölderlin, Hyperion; Koch, See-Leben-Trilogie; Pessoa, Das Buch der Unruhe; Sebald, Die Aus- gewanderten und die Erinnerungen meines Vaters an seine Kriegsgefangenschaft.“

 

Was macht das Leben für Sie lebenswert?

SK: „Meine Familie, ein Waldspaziergang, Humor und das Gefühl, nicht der Einzige zu sein.“

 

Mit welchem weitläufigen Klischee würden Sie gerne aufräumen wollen?

SK: „Das man über alles und jedes informiert sein kann oder sollte.“

 

Für welche Tugend lohnt es sich zu kämpfen?

SK: „Glaube, Hoffnung und Liebe, – alles andere ergibt sich.“

 

Entscheiden Sie sich für drei Dinge, die Sie auf dieser Welt hinterlassen wollen?

SK: „Meine beiden Kinder und einige Erinnerungen.“

 

Wer hat Ihnen zuletzt wegen einer Leistung imponiert und warum?

SK: „Niemand, der hier genannt sein wollte. Mich beeindrucken die alltäglichen Leistungen der Menschen, die nicht in der Zeitung stehen und denen viel zu selten für ihre Arbeit gedankt wird.“

 

Welche Frage möchten Sie an die Menschheit stellen?

SK: „Mit einer einzigen Frage ist es nicht getan. Es sind die alten Fragen, die wir an die Menschheit, also auch an uns selbst zu stellen haben, jeden Tag aufs Neue: Woher kommen wir?, wohin gehen wir?, was verantworten wir?, usw.“

 

Was ist für das persönlich wichtigste Erlebnis Ihres Lebens?

SK: „Das behalte ich für mich.“ 

 

Dezember 2008