feb 2011 | stadtzauber interviewt

Wilfried Schmickler

Kabarettist

Wilfried Schmickler macht seit über 30 Jahren politisches Kabarett und auch in seinem aktuellen neuen Programm geht es immer aktuell weiter. Und zwar so, wie man ihn kennt: bitterböse und kompromisslos, unbequem und hochpolitisch, aber immer höchst unterhaltsam, gnadenlos und ohne falsche Rücksichtnahme unbequeme gesellschaftliche Wahrheiten aussprechend! Wilfried Schmickler ist mit den 4 wichtigsten Kabarett-Preisen ausgezeichnet worden: 2007 Prix Pantheon – 2008 Deutschen Kabarettpreis – 2009 Deutschen Kleinkunstpreis – 2010 Salzburger Stier. Er wurde beschrieben als der „Scharfrichter unter den deutschen Kabarettisten“, als „Beruf-Choleriker“ oder „Mann mit der lingualen Axt“, als „bissig und bitterböse, sarkastisch und unglaublich komisch“, als „Wortakrobat mit messerscharfem Wortwitz“. Er gehört seit über 10 Jahren zum Stammpersonal der WDR-Mitternachtsspitzen und jeden Montag um kurz vor 11 stellt er auf WDR 2 die Montagsfrage.

© Presse

 

Welche Kulturveranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
WS:
„Ein grandioses Konzert meiner Kölner Lieblingsmusiker Gerd Köster und Frank Hocker.“

Was ist für Sie der schönste Ort von Köln?
WS:
„Der große Sendesaal im WDR.“

Wo gehen Sie am liebsten essen?
WS:
„Bei Ulla und Lothar Weber im Ahle Koberg in Merheim.“

Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in Ihrem Leben?
WS:
„Sie sind mein Leben.“

Was lieben Sie an Ihrer Arbeit?
WS:
„Die Menschen, mit denen ich bei dieser Arbeit zusammen komme.“

Was darf nicht in Ihrem Kühlschrank fehlen?
WS:
„Strom.“

Welches Buch ist für Sie persönlich ein Wichtiges?
WS:
„Der Duden.“

Was macht das Leben für Sie lebenswert?
WS:
„Meine Frau, meine Freunde und die eine oder andere Weetschaff op dr Eck.“

Mit welchem weitläufigen Klischee würden Sie gerne aufräumen wollen?
WS:
„Dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.“

Für welche Tugend lohnt es sich zu kämpfen?
WS:
„Solidarität.“

Entscheiden Sie sich für drei Dinge, die Sie auf dieser Welt hinterlassen wollen?
WS:
„Eine guten Eindruck, eine kleine Lücke und eventuell einen lesbaren Text.“

Wer hat Ihnen zuletzt wegen einer Leistung imponiert und warum?
WS:
„Der Kölner Oberbürgermeister mit seinem Versuch, im Karneval Kölsch zu sprechen, weil dieser Versuch von vornherein zum Scheitern verurteilt war.“

Welche Frage möchten Sie an die Menschheit stellen?
WS:
„Geht’s noch?“

Was ist für Sie das persönlich wichtigste Erlebnis Ihres Lebens?
WS:
„Der Wechsel von der katholischen Volksschule Hitdorf auf’s Landrat-Lukas-Gymnasium in Leverkusen-Opladen.“

Gesetzt dem Fall, Sie haben nie einen Menschen umgebracht: wie erklären Sie es sich, dass es nie dazu gekommen ist?
WS:
„Ich gehe prinzipiell ohne Waffen aus dem Haus.“

Was würden Sie mit 100.000 Euro in Köln verändern?
WS:
„Ich würde so viele Musikinstrumente wie möglich kaufen und diese dann an den Schulen verteilen, die keine haben.“

„WILFRIED SCHMICKLER ist ein brillanter Moralist. Er weiß, dass er die Welt nicht verändern kann. Er weiß aber auch, dass er sie deswegen noch lange nicht hinnehmen muss.“ (Süddeutsche Zeitung 10.12.2007)
Können Sie doch die Welt verändern? und was nehmen Sie hin?
WS:
„Ich kann es leider wirklich nicht, und genau das muss ich wohl oder übel hin nehmen.“