stadtzauber interviewt

Jochen Heufelder

Kurator

 

Geboren 1949 in Köln | 1971-1976 Bildhauereistudium an der Kunstakademie Münster | 1976-1990 freischaffende Tätigkeit | 1978 Gründung FUHRWERKSWAAGE Kunstraum | seit 1995 mehrere Lehraufträge und Gastdozenturen u.a. an der Kunstakademie Münster; der Kunsthochschule für Medien, Köln; der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Design; am CIAM (Zentrum für Internationales Kunstmanagement) Köln.

@ privat

 

Welche Kulturveranstaltung haben Sie zuletzt besucht?

JH: „Die Eröffnung von Public, Private, Corporate im Raum für junge Kunst der Generali Deutschland.“

 

Was ist für Sie der schönste Ort von Köln?

JH: „Deren gibt es mehrere, z.B. Raum 12 des Kolumba-Museums (mit dem Fenster Richtung Oper); die Kunststation St. Peter; der rechtsrheinische Blick auf den Rheinauhafen + Schokomuseum und – natürlich – der FUHRWERKSWAAGE Kunstraum, innen – und ab Mai 2011 auch außen.“

 

Wo gehen Sie am liebsten essen?

JH: „Dies wechselt, vorwiegend jedoch mediterran und dann bevorzugt spanisch oder italienisch.“

 

Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in Ihrem Leben?

JH: „Eine elementare – mit vielen Ausrufezeichen.“

 

Was lieben Sie an Ihrer Arbeit?

JH: „1. Jungen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedliche Plattformen bieten zu können (FUHRWERKSWAAGE, new talents – biennale köln, freudenmeldungen.de), um mit Erfolg auf sie aufmerksam zu machen. 2. Kultur (und Kunst im Besonderen) als bereichendes Element bewusst und erlebbar machen zu können.“

 

Was darf nicht in Ihrem Kühlschrank fehlen?

JH: „Cola – und für besondere Gelegenheiten ein guter Champus.“

 

Welches Buch ist für Sie persönlich ein Wichtiges?

JH: „Ein solches gibt es nicht, wohl eine Liste an Büchern, mit einer größeren Zahl an Kunstbüchern. Diese aber würde den Rahmen hier sprengen.“

 

Was macht das Leben für Sie lebenswert?

JH: „Meine Familie – durch mehrere Generationen.“

 

Mit welchem weitläufigen Klischee würden Sie gerne aufräumen wollen?

JH: „Das „Kölsche Grundgesetz“ im Tenor (et kütt wie et kütt) und das Handeln einiger Verantwortlicher in dieser Stadt können zu der Einschätzung führen, der Kölner sei Fatalist. Dem ist glücklicherweise nicht so, dafür gibt es genügend Beispiele – insbesondere in Form von Privatinitiativen.“

 

Für welche Tugend lohnt es sich zu kämpfen?

JH: „Für alle sieben – mit jeweils angemessenem Einsatz.“

 

Entscheiden Sie sich für drei Dinge, die Sie auf dieser Welt hinterlassen wollen?

JH: „Eine Institution FUHRWERKSWAAGE, die weiter existieren und wirken kann; ein breiteres Bewusstsein für das Elixierhafte von Kunst und vor allem eine gut aufgestellte nächste Generation.“

 

Wer hat Ihnen zuletzt wegen einer Leistung imponiert und warum?

JH: „Gerhart Rudolf Baum, wegen seines Engagements in Sachen Kultur, insbesondere aber wegen seines Einsatzes für die Demokratie allgemein und die Menschenrechte im Besonderen.“

 

Welche Frage möchten Sie an die Menschheit stellen?

JH: „Warum sie es einfach nicht schafft, aus leidvollen Erfahrungen dauerhaft Lehren zu ziehen.“

 

Was ist für Sie das persönlich wichtigste Erlebnis Ihres Lebens?

JH: „Auch hier gibt es sicher nicht nur eines. Wenige eher, gewiß. Insbesondere sind es solche, die die positive Entwicklung der eigenen Familie betreffen, vor allem deren Zuwachs.“

 

Gesetzt dem Fall, Sie haben nie einen Menschen umgebracht: wie erklären Sie es sich, dass es nie dazu gekommen ist?

JH: „Ich bin dafür absolut nicht geprägt – (offensichtlich)!“

 

Wie stehen Sie zur Atomenergie ?

JH: „Ablehnend!“

 

Was würden Sie mit 100.000 Euro in Köln verändern? (ohne es für den Bereich der bildenden Kunst einzusetzen)

JH: „Die Stadt an einigen Stellen aufräumen (überflüssige „Stadtmöblierung“ entfernen), sowie putzen und kehren lassen!“

 

Was braucht es um junge Menschen für das Thema Kunst zu begeistern, im Besonderen für den eigenen Gestaltungswillen?

JH: „Hinführung, Information und gesunde Kritikfähigkeit. Eine gute Vermittlungsarbeit ist hierbei ein wichtiger Einstieg, so zumindest unserer Erfahrung aus den bisherigen Projekten, besonders aus dem Festival new Talents.“

 

Beschreiben Sie kurz Ihr Handeln und das damit verbundene Ziel für den Kunstraum Fuhrwerkswaage ?

JH: „Der FUHRWERKSWAAGE Kunstraum (das ist die korrekte Reihenfolge) ist eine Institution, die seit nunmehr 33 Jahren Kunst und Künstler vorstellt – erfolgreich. Dies weiterhin zu ermöglichen ist mein und unser (Förderverein) Ziel.“

 

April 2011