jun 2011 | stadtzauber interviewt

Alexandra Kalle

Parfümeurin

Alexandra Kalle | 41 Jahre | wohnhaft in Köln | Heute: Manager Fragrance Development, Mäurer & Wirtz – Stolberg Fragrance Development Manager, Firmenich (internationaler Riechstoff- und Aromenhersteller) – Kerpen | Head of MORE & MORE COMMUNICATIONS, MORE & MORE (Fashion) – Starnberg | Trade Marketing Manager, Baby Care bei Johnson & Johnson – Düsseldorf | Marketing bei Coca-Cola – Köln | Ausbildung: 1989 Abitur, Pelizaeus-Gymnasium, Paderborn | 1989-1992 International Business School, Lippstadt | Diplom: „Internationale Betriebswirtschaftslehre“ Schwerpunkt Marketing

© privat

 

Welche Kulturveranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
AK:
 „Art Cologne; SADE Konzert in Köln.“

Was ist für Sie der schönste Ort von Köln?
AK:
 „a) Die Rodenkirchener Riviera, wegen des Gefühls „Stadt am Wasser“ b) Der Rheinpark, wegen der tollen Domkulisse.“

Wo gehen Sie am liebsten essen?
AK:
 „Frühstück im Salon Schmitz fürs Risotto in den Hasen und für ein gutes Steak ins argentinische Steakhouse Gaucho am Barbarossaplatz.“

Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in Ihrem Leben?
AK:
 „Kunst spielt eine wesentliche Rolle – beruflich betrachte ich die Kreation von Parfums als ein Kunstwerk verbunden mit vielen kulturellen und emotionalen Einflüssen und privat genieße ich die kleinen Kunstobjekte, die den Alltag verschönern – wie z.B. frische Blumen sowie gern auch ein Museum und ein Kunstausstellungsbesuch.“

Was darf nicht in Ihrem Kühlschrank fehlen?
AK:
 „Gesalzene Butter und frische Milch, Himbeer / Passionsfruchtmarmelade von Mövenpick.“

Welches Buch ist für Sie persönlich ein Wichtiges?
AK:
 „Le Petit Prince (Antoine de Saint-Exupéry ) / Nachtzug nach Lissabon (Pascal Mercier) / Der Alchimist (Paulo Coehlo).“

Was macht das Leben für Sie lebenswert?
AK:
 „Ein gutes Gespräch mit Freunden / Ein genussvolles Essen / Auf Reisen immer wieder Neues von und in der Welt entdecken.“

Mit welchem weitläufigen Klischee würden Sie gerne aufräumen wollen?
AK:
 „...dass Frauen schlecht „einparken“können.“

Für welche Tugend lohnt es sich zu kämpfen?
AK:
 „Ehrlichkeit & Fleiß.“

Entscheiden Sie sich für drei Dinge, die Sie auf dieser Welt hinterlassen wollen?
AK:
 „1. Liebe & Leidenschaft, 2. meine optimistische Grundeinstellung, 3. wunderbare Duftkompositionen.“

Wer hat Ihnen zuletzt wegen einer Leistung imponiert und warum?
AK:
„Eine sehr gute und liebe Freundin,die seit über 2 Jahren sowohl beruflich wie auch privat viel zu erleiden hat und trotzdem positiv, optimistisch und vor allem mit einer lebensfrohen Art und Einstellung durchs Leben geht.“

Welche Frage möchten Sie an die Menschheit stellen?
AK:
 „Haben wir bei all dem Fortschritt, technischen Innovationen und unserem ständig schneller werdenden Leben mit all seinen Anforderungen und Leistungsdruck genug Zeit und Muße im HIER & JETZT zu verweilen und auch mal innezuhalten?“

Was ist für Sie das persönlich wichtigste Erlebnis Ihres Lebens?
AK:
 „Die Entdeckung meines „Schnüffeltalents“, weil es mein privates und berufliches Leben bereichert und eine in mir schlummernde Passion geweckt hat. Seitdem gehe ich noch wachsamer und inspirierter durch die Welt.“

Wie stehen Sie zur Atomenergie ?
AK:
 „Seit den Vorfällen in Japan bekommt diese Art der Energie eine wesentlich negativere Bedeutung und alternative Energiequellen dafür einen neuen Stellenwert.“

Was würden Sie mit 100.000 Euro in Köln verändern?
AK: 
„Ich würde das Straßenbild von Köln noch blumiger und bunter gestalten und im Herzen der Stadt über den Dächern von Köln ein duftendes „Garten-Lounge-Café“ eröffnen.“

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
AK:
 „Über Umwege – bei einem Bewerbungsgespräch in einem Dufthaus für eine Position im Marketing wurde neben dem klassischen Interview ebenfalls ein Dufttest gemacht. Dieser fiel so gut aus, dass der Parfumeur „Talent“ entdeckt hat und mich ausbilden wollte.“

Was lieben Sie an Ihrer Arbeit?
AK:
 „Parfums sind kleine Kunstwerke – Emotionen, Träume, Wünsche in einen „Saft“ zu verwandeln, der Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sie entspannt, strahlen lässt oder verführerisch macht – das liebe ich an meiner Arbeit.“

Was zeichnet einen guten Duft aus?
AK: 
„Die Symbiose zwischen Träger und Duft ist essentiell – unterstreicht ein Parfum die Stimmung, die Gefühlswelt sowie den Charakter eines Menschen, dann ist es ein guter Duft. Die Duftwelt ist so subjektiv, dass es keine pauschale Antwort auf diese Frage gibt. Jeder entscheidet selbst, wann ein Duft gut ist bzw. gefällt.“

Wie beschreiben Sie Gerüche?
AK:
 „Ich bin ein sehr visueller Mensch, daher sehe ich oft Bilder, verwende häufig Farben / Farbnuancen sowie erzähle kleine Geschichten und Assoziationen, wenn ich Düfte beschreibe.“

Welche zwei Parfüms haben bei Ihnen bleibenden Eindruck hinterlassen und warum?
AK: 
„1) „Acqua di Gio“ for MEN – weil es für mich eine neuartige Form von Frische & sinnlicher Maskulinität vereint hat. 2) „L’ Eau d’ Issey“ for WOMEN, weil ich mit diesem Duft immer Bilder meiner ersten New York Reise sehe und erneut durchlebe.“

Wie duftet der Mann, der ihnen gefällt?
AK:
 „Um in Bildern zu bleiben – er duftet wie „frisch geduscht und seinen Lieblings-Cashmere Pullover übergestreift – eine Verbindung seines persönlichen Körperduftes gepaart mit weichen Hölzern und Cashmeran (Holz-Moschus Komplex) sowie einer aromatischen, leicht würzigen Kopfnote aus Ingwer & Bernadotte.“