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August

In dem Gebäudekomplex am Rand des neoklassizistischen Klinikensembles lebten Nonnen, die sich um die Genesung der Patienten kümmerten. Gemeinsam mit Wouter Callebaut Architecten aus Gent entwickelte der Antwerpener Architekt und Interiordesigner Vincent Van Duysen eine gestalterische Idee, die den denkmalgeschützten Bestand respektiert und in den Gesamtkontext des Klinikgeländes einfügt, welches als Ganzes neu belebt werden sollte.

 

 

Den Eingang zum neuen Hotel markiert nun eine Fassaden- und Vordachstruktur aus schwarzem Stahl, die im Kontrast zur roten Backsteinfassade steht. Hier wird auf Glasdächer angespielt, die einmal die Terrassen von Krankenhauspavillons überdachten. Auf zeitgenössische Art markiert die Konstruktion aber auch ein Pendant zu den Art-déco-Elementen, die die Fassaden des benachbarten Cogels-Osylei-Viertels schmücken. Ein Blick nach innen bezeugt die gleiche Sorgfalt, mit der historische Details erhalten und mit einer zeitgemäßen Formsprache kombiniert wurden: Zierprofile an den Wänden, schmuckvolle Fliesenböden und eine minimalistische schwarz-grüne Möblierung am Empfangstresen.

 

 

Stärker wird der Kontrast in der früheren Kapelle, die nun als Bar und somit als Treffpunkt im Zentrum des „August“ dient. Die Bogendecke wurde schwarz gefärbt und so die Aura der Kirche gedämpft. Mithilfe von Sofas und halbhohen Trennwänden wird der Raum aufgeteilt und anstelle des Altars findet sich nun der Tresen der Bar. Im angrenzenden Wintergarten befindet sich das Restaurant des Hotels, das von einem Glasdach überspannt wird. Auch hier wurden Profile und Türen sorgfältig restauriert und mit handbemalten Fliesen, Oberflächen aus weißem Marmor, einer Beleuchtung von Flos und Möbeln von Vincent Van Duysen für Molteni&C in ein ausgewogenes Zusammenspiel gebracht.

 

 

Eine ähnliche Sprache in Material und Farbe zieht sich bis in die Hotelzimmer, nur dass hier mit helleren Holzlasuren gearbeitet wurde. Die Teppiche in den Zimmern wurden von einem kleinen Familienbetrieb in Portugal handgewoben. Van Duysen hat jedes noch so winzige Detail selbst kreiert oder speziell gestalten lassen – von dem Bettüberwurf aus leichtem Leinen, den zierlichen Türklinken bis hin zu handverglasten Badezimmerfliesen und maßgefertigten Möbeln. Das ehemalige Kloster umfasst 44 Zimmer und Suiten mit einer Größe zwischen 16 und 41 Quadratmetern.

 

 

Das Restaurant des „August“ wird von dem bekannten Küchenchef Nick Bril vom benachbarten Sterne-Restaurant „The Jane“ betreut. Speisen und Getränke werden in speziell entworfenem Geschirr serviert: Die „Passe-partout“-Kollektion wurde von Vincent Van Duysen für Serax entworfen und umfasst Glaswaren, Porzellangeschirr, Besteck und Holzgegenstände.

 

Zur Abrundung der Gesamtästhetik sind die Mitarbeiter im „August“ von dem belgischen Modedesigner Christian Wijnants eingekleidet, der seine zeitgenössische Vision in zeitlose und elegante Uniformen mit einer Anspielung auf frühere Zeiten umsetzte.

 

info

August

Jules Bordetstraat 5

2018 Antwerpen

Tel.: 0032 3 500 80 80

august-antwerp.com