ausstellung & performance

Bedingt Physisch

10. Februar bis 22. März 2024 ● Bonn ● Das Esszimmer

Die Einzelausstellung „Bedingt physisch“ von Gianin Conrad und die Performance von Quirina Lechmann sind Teil des thematischen Ausstellungsprogrammes „Friends of Friends of Friends of…“, der Freundschaft als zentralem Aspekt von Widerstandskraft bzw. Resilienz und damit den vielfältigen Strategien von Künstler:innen widmet, Resiliente Strukturen und Netzwerke zu schaffen, um trotz der in der Regel prekären Lebensumstände Arbeiten zu realisieren und diese öffentlich zu machen.

Conrad und Lechmann organisieren zusammen den non-profit Ausstellungsraum Scala Trun in den Bünder Bergen, weit weg von vermeintlichen Kunstzentren. Sie stehen exemplarisch auch für alle Kunstinitiativen von Künstler:innen, die abseits der großen Zentren Kulturarbeit leisten und Begegnungsräume schaffen, wo man sie zunächst nicht erwarten würde.

Der Ausstellungstitel „Bedingt physisch“ verweist dabei auf den metaphysischen, temporären Raum zwischen den Dingen, zwischen Personen, zwischen Ding und Performance. Künstlerisch und musikalisch stellen Gianin Conrad und Quirina Lechmann die Frage nach dem ephemeren, aber prägenden einer Sache, einer Tätigkeit. Etwas, dem sie nicht zuletzt auch mit dem Ausstellungsraum Scala Trun nachgehen.

In der Performance "toccata con sordino" ergründet Quirina Lechmann die Ausstellung von Gianin Conrad. In ihrer Suche nach dem nicht vorhandenen, aber prägenden einer Sache kreiert sie Situationen zwischen Skulptur und Performance. Sie wird zur Komponistin, die aber nicht Noten zu einem Stück zusammenfügt, sondern Eindrücke sammelt, diese bündelt und zu verschiedensten Klangkonstellationen zusammensetzt. Diese Konstellationen formen sich teilweise zu zusammenhängenden beinahe schon liedmässigen Stücken, teilweise bleiben sie auch nur als flüchtige Ahnungen oder Resonanzen bestehen. Quirina sucht die Spontanität und das Risiko des Scheiterns, das in der Tätigkeit als Opernsängerin keinen Platz hat. Sie experimentiert an der Schnittstelle von Stimme und Klang, von Programm und Unplanbarkeit, von bedingt physisch.

Die skulpturale Ausstellung mit dazugehörender Performance oder die Performance mit dazugehörenden Skulpturen, wird an und für verschiedene Orte jeweils neu entwickelt. Dabei ist der Kontext des jeweiligen Ortes ein zentraler Aspekt und eine bestimmende Größe innerhalb der jeweils individuellen Inszenierung.

dasesszimmer.com

Bildunterschriften und /-nachweise:

1. Gianin Conrad "Spanner", 2021, aus Zurrgurten

2. Gianin Conrad "Kraftfeld", 2023, aus Kuzaun unter elektrischer Spannung

3. Gianin Conrad "ordentlich geschnürt", 2023, Hanfseil Epoxyhartz