ausstellung
Alles Licht
Bis 01. März 2026 ● Bielefeld ● Kunsthalle Bielefeld
Was passiert, wenn Licht nicht nur beleuchtet, sondern selbst zum Material der Kunst wird? Welche ästhetischen, philosophischen und gesellschaftlichen Dimensionen eröffnet es? Und welche Bedeutung kann Licht heute haben – in einer Zeit, die von digitalen Technologien, gesellschaftlichen Umbrüchen und ökologischen Fragen geprägt ist?
Licht ist mehr als Helligkeit – es schafft Atmosphäre, verändert Räume und prägt, wie wir die Welt sehen. In der Kunst war Licht lange nur Mittel der Darstellung, bevor es sich im 20. Jahrhundert zunehmend als eigenständiges Medium behauptete.
Besonders wegweisend für den Umbruch in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Licht war das Light and Space Movement, das in den 1960er-Jahren in Südkalifornien entstand. Künstler:innen des Light and Space erforschten Licht als immaterielle Kraft. Mit dem gezielten Einsatz neuartiger industrieller Materialien machten sie Licht sinnlich erfahrbar. -Künstler:innen wie Mary Corse, Robert Irwin, Craig Kauffman, Helen Pashgian und Nancy Holt arbeiteten nicht mehr an der Darstellung von Licht, sondern mit Licht selbst. Sie nutzten seine physikalischen und atmosphärischen Eigenschaften, um Wahrnehmung zu schärfen, Licht erfahrbar zu machen und Räume zu verändern. Die Kernelemente dieser Bewegung – wie der bewusste Umgang mit Technik und Material, die Berücksichtigung von Licht als eigenständiges künstlerisches Medium und die Wahrnehmung dessen als aktiven Prozess – wirken bis heute fort.
Zeitgenössische Künstler:innen greifen diese zentralen Aspekte des Movements auf und erweitern sie mit neuen Technologien, digitalen Medien und gesellschaftlichen Fragestellungen. Licht ist dabei nicht nur ein physikalisches Phänomen, sondern auch ein Medium von Information, Politik, Erinnerung und Identität. Die Arbeiten von Angela Bulloch, Olafur Eliasson, Mischa Kuball, Nicole Miller und Tatsuo Miyajima führen zentrale Anliegen des Light and Space Movements weiter und setzen sie unter heutigen Bedingungen fort – in einer Zeit digitaler Bildwelten, algorithmisch gesteuerter Systeme und ökologischer Veränderungen.
Die Ausstellung „Alles Licht. Light and Space gestern und heute“ bringt historische Positionen des Light and Space Movements und Arbeiten zeitgenössischer Künstler:innen in einen Dialog. Sie zeigt auf drei Etagen, wie sich die Faszination des Lichts von den kalifornischen Experimenten der 1960er-Jahre bis in die Gegenwart erstreckt.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Angela Bulloch, Z-Point, 2001/4, Modern Art Oxford, 2005, Foto: Eberle & Eisfeld, Courtesy the artist
2. Tatsuo Miyajima, Life Face on Gold S_23, 2023, Foto: Uwe Walter, Berlin, Courtesy the artist and Buchmann Galerie
3. Olafur Eliasson, Red window semicircle, 2008, Installation view: Studio Olafur Eliasson, Berlin, 2008, Photo: Jens Ziehe Courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin © 2008 Olafur Eliasson
4. Mary Corse, Electric Light Box, © Mary Corse, courtesy Pace Gallery Photo: Flying Studio, courtesy Pace Gallery