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22. Niederrhein Musikfestival
23. August bis 04. Oktober 2026 ● NRW ● Verschiedene Orte
Ob Wasserschloss oder Windmühle, historische Scheune oder barocker Kirchenraum – unter dem Motto „Klangräume Rheinland“ verwandelt das 22. Niederrhein Musikfestival außergewöhnliche Orte der Region in lebendige Konzertstätten: In sechs Konzerten und zwei Werkstattkonzerten beschreitet es mannigfache Wege vom Barock bis zur Gegenwart, wobei die Geschichte das Odium des „Vergangenen“ restlos verliert.
Beim Auftakt am 23. August verbinden sich im Innenhof von Schloss Dyck neun Blockflöten mit drei Harfen, wenn Stefan Temmingh und Margret Koell ihre „Sound Stories“ vorstellen: Werke aus sechs Ländern und fünf Jahrhunderten – von Bach über Piazzolla bis zu einer Auftragskomposition des Österreichers Klaus Lang – bilden eine hinreißende „Playlist“ miteinander verwobener Klanggeschichten!
Eine Woche später erkundet das Maiburg Ensemble mit Shai Terry die Verbindungen zwischen jüdischer und nichtjüdischer Kultur. Die israelische Mezzosopranistin singt bekannte Lieder über Verlust, Hoffnung und Lebensfreude, darunter „Bei mir bistu shein“ und die melancholischen „Papirossen“. Dazu liest die aus Russland stammende Autorin Lena Gorelik Kostproben ihres Romans „Wer wir sind“.
Die Rokokokirche Wickrathberg verwandelt sich am 11. September durch das Duo Anna Carewe und Oli Bott in einen Klangraum voller Überraschungen: Barocke Linien münden in Jazzrhythmen, klassische Formen öffnen sich improvisatorischen Momenten – und das Vibraphon beweist, dass es im Kontext der Kammermusik längst überfällig war.
Am 18. September, feiert die Neuproduktion des Festivals im Maxhaus Düsseldorf ihre Premiere: „Into the Wild – Klang der Freiheit“ kombiniert Jon Krakauers Roman über Chris McCandless mit Musik von Keith Jarrett, den Beatles und Bach. Es spielt das Maiburg Ensemble, Thomas Kitsche liest, und als Sänger stellt sich Florian Gerhards vor.
Die historische Scheune des Tuppenhofs in Kaarst wird am 25. September zu einem Cabaret der Roaring Twenties: Der Pianist Florian Noack und der Stepptänzer Nikolai Kemeny beschwören mit ihrem “Scheunenzauber“ die Zeit des Charleston, des klassischen Jazz und des Klassikers Gershwin.
Den lyrischen Abschluss des Festivals markiert am 4. Oktober der portugiesische Gitarrist Joaquim Santos Simões in der idyllischen Stammenmühle Nettetal: Von Mauro Giuliani bis Ennio Morricone, von der Opernbühne bis zur großen Kinoleinwand reicht der phantasievolle Bogen klingender Erzählungen, mit denen das 22. Niederrhein Musikfestival für dieses Jahr seine Pforten schließt.
Flankiert wird das Festivalprogramm durch Werkstattkonzerte in Haus Katz (Jüchen) sowie durch Workshops an Schulen in Jüchen, Grevenbroich, Bedburg und Düsseldorf, in denen Jugendliche Musik als Mittel der Selbstreflexion und als interkulturellen Dialog erleben. Wieder einmal zeigt das Niederrhein Musikfestival, dass Musik keine Konzertsäle benötigt – sie braucht Räume, die atmen, und ein Publikum, das bereit ist, sich überraschen zu lassen.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Anette Maiburg © Foto: Harry Vorsteher
2. Florian Noack © Foto: William Beaucardet
3. Stefan Temmingh & Margret Koell © Foto: Armin Linke
4. Nikolai Kemeny Tapdance © Foto: Tom Dachs
5. Maiburg Ensemble 2022 © Foto: Orion Dahlmann