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9. Internationales Bonner Tanzsolofestival
17. bis 30. April 2026 ● Bonn ● Verschiedene Orte Bonns
Das Festival lenkt in seiner neunten Ausgabe nach dreijähriger Pause den Blick auf das Individuum und seinen Körper – mit künstlerischen Positionen, die Intimität, ästhetisches Experiment und gesellschaftliche Reflexion vereinen.
Unter der kuratorischen Leitung von Daniela Ebert versammelt die diesjährige Ausgabe internationale Positionen, die das Solo als Ort der Selbstvergewisserung, der ästhetischen Verdichtung und der gesellschaftlichen Reflexion begreifen. Das Programm spannt einen Bogen von etablierten Choreografinnen und Choreografen bis hin zu jungen künstlerischen Stimmen und Studierenden renommierter Ausbildungsinstitutionen.
Mit Arbeiten von Thomas Hauert, Lisbeth Gruwez und Yasmeen Godder sind international profilierte Künstler:innen vertreten, die das Solo als präzises Instrument choreografischer Forschung nutzen. Mit der Uraufführung von „Shelling“ ist die israelische Choreografin Yasmeen Godder erstmals in Bonn zu sehen. Die Produktion entsteht als Koproduktion mit dem Theater im Ballsaal sowie dem Künstler:innenhaus Mousonturm Frankfurt am Main. In ihrer neuen Soloarbeit untersucht Godder innere Fragmentierung, Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit des Körpers. Der Titel verweist zugleich auf Schutz und Einschlag – der Körper erscheint als Hülle, Archiv und Resonanzraum äußerer wie innerer Kräfte.
Weitere programmatische Akzente setzen Sebastian Zuber mit „Honeymoon“, einer zwischen Tanz, Performance und digitaler Kunst angesiedelten Auseinandersetzung mit Erschöpfung und Resilienz, sowie Pierre Piton mit „Open/Closed“, einer Reflexion über die Ambivalenz einer Generation zwischen Utopie und Dystopie. Beide Produktionen sind erstmals in Deutschland zu sehen.
Mit „Blue Roses“, das altmodische Archetypen und zeitgenössischen Mythologien heraufbeschwört, schafft Thibault Lac einen Abend zwischen Verführung und Irritation, zwischen den Sphären des Realen und der Imagination. Daneben ergründet Thomas Hauert in „Troglodyte“ die Position zwischen Außenseiter und Beobachter, zwischen Zugehörigkeit und Fremdsein und Lisbeth Gruwez in „Tempest“ die zwischen Zerstörung und Veränderung liegende Doppelkraft der Wut.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. "BLUE ROSES" Thibault Lac © Foto ©Florian Hetz
2. KOMME WAS WOLLE_Diving into the wreck _Foto© Michael Maurissen
3. HONEYMOON_Sebastian Zuber_2_Foto©Nora Steffen
4. ALL BY MYSELF_MY NON-RELATIVE FULLNESS_1_Filmstill
5. OPEN_CLOSED_1_Foto©Grégory Batardon