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Alex Grein - ongoing

Bis 05. Juli 2026 ● Brühl ● Max Ernst Museum 

Die Künstlerin Alex Grein wird mit dem Luise-Straus-Preis des LVR ausgezeichnet. Mit ihren Arbeiten in Fotografie, Installation und Mixed Media reflektiert sie fotografische Prozesse und hinterfragt etablierte Seh- und Handlungsweisen.

In der Einzelausstellung „ongoing“ präsentiert die Künstlerin eine Auswahl früherer und neuer Arbeiten, die ihre künstlerische Praxis und zentrale Fragestellungen sichtbar machen. Alex Grein greift auf Fotografien, Archivmaterial und Found Footage aus digitalen Bildströmen zurück und bringt diese in einen materiellen Kontext. Durch das Verschränken von analogen und digitalen Bildwelten wird deutlich, wie bildgebende Medien unsere Wahrnehmung und unser Verständnis von Wirklichkeit prägen.

Der Ausstellungstitel „ongoing“ verweist auf fortlaufende Bewegungen und Wiederholungen – etwa von Bildern, Ereignissen oder Krisen. Diese Idee spiegelt sich in Greins künstlerischer Praxis wider, Bilder immer wieder von Bildschirmen abzufotografieren oder abzufilmen, wodurch irritierende, scheinbar physisch unmögliche Bildräume entstehen. „ongoing“ beschreibt einen kontinuierlichen Prozess, in dem Wahrnehmung und Erinnerung aktualisiert werden.

In der Installation „Speicher“ widmet sich Alex Grein dem Konzept des „fluiden Bildes“ im digitalen Zeitalter. Fotografien werden in Eisblöcken eingefroren und im Ausstellungsraum langsam zum Schmelzen gebracht. Während das Bild sichtbar wird, löst es sich zugleich auf – ein Prozess zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden, der Fragen nach Archivierung, Vergänglichkeit und Bildproduktion aufwirft.

In ihrer Videoreihe „Collection“ kombiniert Grein Schmetterlingspräparate mit einer gefilmten Navigation durch Google Earth, um deren ursprüngliche Lebensräume visuell zu erkunden. Dabei entsteht durch das Durchqueren unterschiedlichster, teils zensierter Landschaften ein vielschichtiger Blick auf die Gegenwart, in dem sich digitale Bildräume, ökologische Fragilität und geopolitische Aspekte überlagern.

In der Werkreihe „Titles“ ordnet die Künstlerin Fotografien von Bücherrücken aus dem Besitz ihres Großvaters so, dass aus den vorhandenen Titeln neue poetische Sätze entstehen.
In der Reihe „Burning Sun (Pictures on a Screen)" untersucht Alex Grein die Folgen extremer Hitze und Trockenheit sowie die visuelle Zirkulation von Bildern zu Hitzewellen und verheerenden Waldbränden. Das aus öffentlichen Archiven und eigenen Fotografien zusammengestellte Material zeigt durch Hitze veränderte Landschaften, die poetisch mit Pflanzen kombiniert werden und somit eine neue Funktion erhalten.

lvr.de/max-ernst-museum-bruehl

Bildunterschriften und /-nachweise:

1. Alex Grein, Installationsansicht, Die Sterne blicken herab und ewig singen die Wälder, 2020; Lolita, vergiss Orangen und Datteln, der Mensch lebt nicht vom Brot allein, 2019, Courtesy die Künstlerin und Galerie Gisela Clement, Foto: Mareike Tocha

2. Alex Grein, Speicher, 2021, Detail, Courtesy die Künstlerin und Galerie Gisela Clement, Foto: Mareike Tocha

3. Alex Grein, Burning Sun I (Pictures on a Screen), 2025, Courtesy die Künstlerin und Galerie Gisela Clement

4. Alex Grein, Installationsansicht, Speicher, 2021, Courtesy die Künstlerin und Galerie Gisela Clement, Foto: Mareike Tocha