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Energieträger – Wolfgang Schäfer
05. bis 22. März 2026 ● Düsseldorf ● Weltkunstzimmer
Wolfgang Schäfers Praxis gründet auf einer Offenheit gegenüber dem Wesen der Dinge und auf der unmittelbaren Reaktion auf den jeweiligen Augenblick. Existenz, Materie und Geistiges treten dabei in einen dialogischen Zusammenhang, der weniger erklärend als vielmehr erfahrbar ist. Das Zusammenspiel der Medien eröffnet einen Raum, in dem sich Bedeutung nicht festschreibt, sondern in der Wahrnehmung der Betrachtenden entfaltet. Er arbeitet medienübergreifend mit Malerei, Objekt, Installation, Film, Fotografie und Performance.
Kreation versteht Wolfgang Schäfer als Bewegung: als Prozess, Entwicklung und Flow. Formen und Konstellationen entstehen aus organischem Wachstum statt aus festen Vorgaben. Unterschiedliche Objekte behaupten ihre Eigenständigkeit und bilden zugleich ein offenes Gefüge. Diese Arbeitsweise erzeugt eine ausgeprägte räumliche Qualität, die an Landschaften erinnert, ohne sie abzubilden – ein Arbeiten über Landschaft als Struktur und Erfahrungsfeld. Konfrontationen sind integraler Bestandteil dieses Prozesses. Relikte von Ästen, Materialien und Fundstücke treten in Spannung zueinander und schaffen einen performativen Raum, in dem keine menschlichen Akteure notwendig sind. Die Objekte agieren miteinander und machen Energie als spürbare Präsenz zwischen den Dingen und in jedem einzelnen Element erfahrbar. Ergänzt wird dies durch bewusst beiläufige Ansammlungen und Bodenarbeiten, die Fragen nach Materialwertigkeit und dem Entstehen von Kunst aufwerfen.
Im Verhältnis der Dinge zueinander beginnen Erzählungen: Bedeutung verschiebt sich, verdichtet sich und wird zur Poesie. Diese Offenheit setzt sich in filmischen und performativen Gesten fort. Malerei erscheint als Aktion und Bewegung, zugleich aber auch als Entwicklung aus der Ruhe. Filmische Arbeiten greifen Rituale des Wachsens auf und erweitern das Werk in zeitliche wie überzeitliche Dimensionen. „Energieträger“ öffnet einen Raum der Zuversicht. In der Vielschichtigkeit der Arbeiten wird eine universell verbindende Kraft erfahrbar: eine leise, tragende Energie, die aus Beziehung, Bewegung und fortwährendem Austausch entsteht.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. © Wolfgang Schäfer, Butoh, Extended body, 2023. Foto: Hartmut Bühler
2. © Wolfgang Schäfer, Merry go round, 2019, 130x170cm, Acryl auf Nessel. Foto: Rainer Rudolf