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Flagge
Bis Anfang 2027 ● Köln ● Kirche St. Agnes
Vera Drebusch und Florian Egermann zeigen ihre Installation „Flagge“ rund um die Agneskirche in Köln. 205 Nationalflaggen wurden dafür auf ihre Farben reduziert und in abstrakte Farbbalken übersetzt.
Mit Hilfe einer speziellen Software analysieren Vera Drebusch und Florian Egermann für jede Flagge den prozentualen Anteil der verwendeten Farben an ihrer Fläche, um daraus die Farbbalken entwickeln zu können. Ursprüngliche Zeichen und Symbole wie Sterne, Wappen, Kreuze oder Halbmonde verschwinden dabei. Was bleibt, sind Farbflächen und ihre jeweiligen Proportionen.
Die Farbbalken wurden an sechzehn Bauzäunen rund um St. Agnes angebracht. Die Installation trifft damit unmittelbar auf die besondere Situation des Ortes: Die Agneskirche wird derzeit saniert und die Bauzäune prägen für die Dauer der Arbeiten den öffentlichen Raum rund um die Kirche.
Die Flagge ist ein Zeichen, das Zugehörigkeit sichtbar macht. Sie steht für ein Land, eine Gemeinschaft und eine gemeinsame Identität. Gleichzeitig kann sie aber auch Grenzen markieren und für politische Macht, Konflikte oder Abgrenzung stehen. In Drebusch und Egermanns Installation werden die nationalen Symbole ihrer konkreten Form entzogen und in eine gemeinsame abstrakte Form überführt.
Die so entstandenen 205 Farbbalken stehen für die Nationalflaggen der Welt. Die Installation bewahrt dabei die jeweiligen Farben und ihre Proportionen, löst sie aber aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang. Aus den einzelnen Flaggen entsteht so ein neues, gemeinsames Bild.
Für St. Agnes bekommt die Arbeit eine besondere räumliche Dimension. Die Agneskirche steht mitten im Agnesviertel und gibt dem Viertel seinen Namen. Die Installation umspannt den Ort von außen und verbindet die aktuelle Baustellensituation mit dem öffentlichen Raum. Die vielen unterschiedlichen Farbbalken treffen hier auf einen Ort, der von einer vielfältigen Stadtgesellschaft geprägt ist.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. bis 3. "Flagge" Kirche St. Agnes 2026 © Vera Drebusch & Florian Egermanns