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Gregor Schneider – Haus u r 2026
Bis 17. Januar 2027 ● Düsseldorf ● Kunsthalle Düsseldorf
Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt mit Haus u r 2026 eine umfassende Ausstellung des Künstlers Gregor Schneider. Im Zentrum steht sein seit den 1980er-Jahren fortgeführter Werkkomplex Haus u r, der zu den einflussreichsten raumbezogenen Arbeiten der Gegenwartskunst zählt.
Spätestens seit Schneider im Jahr 2001 für Totes Haus u r im Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, ist das Haus u r international bekannt. Seither wurden Räume aus diesem fortlaufenden Werk in zahlreichen Ausstellungen und bedeutenden Museen weltweit gezeigt.
Das Haus u r in der Unterheydener Straße in Mönchengladbach-Rheydt bildet seit den 1980er-Jahren den Kern von Gregor Schneiders künstlerischer Praxis. Es ist nicht nur Ort, sondern zugleich Material und Prozess. Neben seinem Raumlager – seiner „Enzyklopädie der Räume“ – hat Schneider das Gebäude kontinuierlich erweitert, transformiert und verdoppelt. Der Künstler, geboren in Rheydt, ist mit seiner Arbeit eng in der Region verwurzelt. Immer wieder bezieht er deren soziale, architektonische und landschaftliche Strukturen in seine Arbeit ein – von den eigenen vier Wänden über das Geburtshaus Goebbels in seiner Nachbarschaft bis hin zum Braunkohleabbaugebiet Garzweiler, das er bereits früh als Materialfundus nutzte.
Das zentrale Medium von Schneiders künstlerischer Praxis ist der Bau von Räumen innerhalb bestehender Räume. Nicht in Form von Dioramen, sondern vollständige gebaute Räume bestehend aus Wänden, Boden und Decke. Diese Räume orientieren sich so stark an der Realität, dass sie häufig kaum als vom Künstler hinzugefügte Konstruktionen erkennbar sind. Schneider arbeitet mit Verdopplungen von Zimmern, Menschen und Objekten sowie mit Rekonstruktionen von Gebäuden, zu denen er „keinen direkten Zugang“ hat, wie er betont. Neben den gebauten Räumen sucht er filmisch, fotografisch und – in jüngerer Zeit – über Livestreams und digitale Scans weitere Annäherungen an seine gebaute Wirklichkeit.
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Werkkomplexes Haus u r 1985 – heute rückt die Ausstellung Haus u r 2026 dieses zentrale Werk erneut in den Mittelpunkt. In der Kunsthalle Düsseldorf werden gebaute Räume, Skulpturen, Fotografien, Filme und Livestream-Projektionen aus dem Haus u r zusammengeführt.
Die Ausstellung folgt einem räumlichen Parcours durch siebzehn gebaute Räume – von Bade- und Wohnzimmer über Keller- und Abstellräume – und eröffnet den Besucher:innen die Möglichkeit, sich im vielschichtigen und fortwährenden Werkkomplex des Haus u r zu verlieren.
Ausgehend von scheinbarer Normalität und Vertrautheit schafft Schneider Situationen, die zugleich vertraut und beunruhigend wirken. Die räumlichen Verschiebungen und Doppelungen lassen das Haus u r als ein System erscheinen, das sich gleichzeitig in Mönchengladbach und Düsseldorf verortet.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1., 3. & 4. Gregor Schneider "Haus u r", Rheydt 2025 Foto: Gregor Schneider © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
2. & 5. Gregor Schneider; Installationsansicht Liveschaltungen Haus u r; Kunsthalle Düsseldorf © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 Foto: Melanie Zanin