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Impulse Festival 2026

03. bis 21. Juni 2026 ● NRW ● Verschiedene Orte NRWs

Die Jury des Impulse Festivals hat aus über 500 Arbeiten zehn herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt, die 2026 als Showcase in Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr, Köln und nach über zehnjähriger Pause, in diesem Jahr auch wieder in Bochum zu erleben sein werden. Die Showcase-Arbeiten werden im Gesamtprogramm ergänzt um Positionen aus dem im letzten Jahr eingeführten Programmschwerpunkt Post-West, der künstlerische Perspektiven aus Ostdeutschland und Osteuropa in Austausch mit Künstler:innen in und aus NRW bringt.

Im Umgang mit den gegenwärtigen Zuständen haben sich in diesen Werken einige Themen und ästhetische Zugriffe herauskristallisiert: So ist „Arbeit“ ein immer wieder auftauchender inhaltlicher Aspekt, der unter anderem die Festival-Künstler:innen umtreibt: Gesellschaft ist Arbeit, Gemeinschaft ist Arbeit, Politik ist (und will mehr) Arbeit, Demokratie ist Arbeit, Widerstand und Fürsorge sind Arbeit, und Kunst ist auch Arbeit! Kunst kann unsichtbare Arbeit sichtbar machen, ausprobieren, welchen Einfluss die zunehmend allgegenwärtige KI auf künstlerische Arbeitsformen hat, und an marginalisierte arbeitende Körper erinnern.

Arbeitszeit und Lebenszeit als zentrale Themen aktueller politischer Debatten werden im diesjährigen Festival auf ganz unterschiedliche Weisen diskutiert und performativ verarbeitet.
Darüber hinaus hinterfragen die Künstler:innen Blickregime und Zuschreibungen kritisch – oft im Spannungsfeld mit der intimen Begegnung: mal in der Verführung, mal in der Unbequemlichkeit von Nähe und Konfrontation.

Eröffnet wird das Festival mit dem Performance Stück „She stands in the Middle of the Battlefield“ von Magda Szpecht.
Warum entscheidet sich eine ukrainische Künstlerin dazu, Soldatin zu werden? In „She Stands in the Middle of a Battlefield“ sucht die polnische Theaterregisseurin Magda Szpecht Worte und Bilder für das Gefühl, eine Freundin und Schwester in den Krieg ziehen zu sehen – und ihr dennoch Halt geben zu wollen. Das Stück erzählt von Freundschaft, Idealismus, Engagement und den Herausforderungen, denen Frauen im Militär begegnen. Von der bitteren Erkenntnis, als Frau in einem hyper-patriarchalen System gefangen zu sein, und der gleichzeitigen Unumstößlichkeit dieser Entscheidung. Auf Grundlage von Briefen, Sprachnachrichten, Chats, Videos und Recherchematerial entsteht ein vielschichtiges Porträt des Alltags einer ukrainischen Theatermacherin im Krieg. Im Zentrum der Solo-Performance steht die weibliche Perspektive: Ohne Heroisierung zeigt die Arbeit eine konkrete, oft schmerzhafte, persönliche Erfahrung zwischen Widerspruch, Überzeugung und Erschöpfung – und stellt Fragen danach, wer den Körper für welche Ziele beanspruchen darf, und wie in Extremsituationen eigene Werte verteidigt werden können. 

impulsefestival.de

Bildunterschriften und /-nachweise:

1. Jule Flierl & Camille O "tIED tO tONES" © Foto: Mayra Wallraff

2. Magda Szpecht "She stands in the Middle of the Battlefield"

3. Nihan Devecioğlu "Yoldaş – Frauen, die einander halten"

4. Alina Arshi "States of bewilderment" © Foto: Brigham Baker

5. Marie Meyer "Fortunate Shortcuts" © Foto: Talisa Frenschkowski