theater
Kafkas Traum
25. Januar, 05. & 20. Februar 2026 ● Düsseldorf ● Dhaus
Franz Kafkas Erzählwelten folgen nicht den Gesetzen des Rationalen. Durch das Werk des 1883 in Prag geborenen Jahrhundertschriftstellers bewegen sich eigentümliche Gestalten und Geschöpfe, die bezeugen, dass das menschliche Dasein wenig Halt bietet, Familie, Liebe und selbst Alltag etwas Überwältigendes haben können. Der Prokurist in »Die Verwandlung«, die Begegnung zwischen Vater und Sohn in »Das Urteil« oder die »unirdischen Pferde«, die Kafkas Landarzt niemals ans Ziel bringen, sind Chiffren einer Welt, in der Gewissheiten brüchig werden.
Kafkas Prosa elektrisiert durch ihre Rätsel, von denen der Autor selbst sagte, »die Überlegungen, zu denen sie Anlass geben, sind endlos«. Hundert Jahre nach seinem Tod erlebt Franz Kafka eine Renaissance in den sozialen Medien: Junge Menschen auf der ganzen Welt teilen Kafkas hintergründigen Humor und finden sich in seinen Szenerien der Ohnmacht wieder – im schwierigen Verhältnis zum Vater, in den Reflexionen über die früh erahnte Einzigartigkeit als Mensch und Künstler, in den Schuldgefühlen, den Anforderungen einer bürgerlichen Existenz nicht gewachsen zu sein. Kafka beschreibt die Einsamkeit des Einzelnen und findet Worte für den Trotz jener, die sich verweigern. Daneben leuchten die Momente des Gelingens: euphorisches Schreiben, das uns die makellose Prosa eines Menschen hinterlassen hat, der – trotz allem – frei ist und das Lachen nicht verloren hat.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Kafkas Traum, Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg, Auf dem Bild: Pauline Kästner und Ensemble © Foto: Sandra Then
2. Kafkas Traum, Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg, Auf dem Bild: Minna Wündrich, Jürgen Sarkiss, Cathleen Baumann, Pauline Kästner, Raphael Gehrmann, Alexander Wanat © Foto: Sandra Then
3. Kafkas Traum, Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg, Auf dem Bild: Raphael Gehrmann © Foto: Sandra Then