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Light Dialogues

13. Juni 2026 bis 10. Januar 2027 ● Unna ● Lichtkunstmuseum 

Mit LIGHT DIALOGUES präsentiert das Zentrum für Internationale Lichtkunst in seinem 25. Jubiläumsjahr 2026 eine Ausstellung, die sich konsequent dem zentralen Medium des Hauses widmet: dem Licht selbst. Im Fokus stehen dabei die gestalterischen und technischen Mittel, mit denen Künstler:innen Licht einsetzen, um Wirkung, Atmosphäre und Bedeutung zu erzeugen. In Kooperation mit dem SCHAUWERK Sindelfingen versammelt sie Werke von elf Künstler:innen und bringt sie in einen vielschichtigen Dialog.

Rund 20 ikonische Arbeiten treten in Beziehung zueinander und machen unterschiedliche künstlerische Strategien im Umgang mit Licht sichtbar. Historische Schlüsselwerke begegnen zeitgenössischen Positionen und eröffnen neue Blickwinkel auf ein Medium, das gleichermaßen technisch geprägt wie sinnlich erfahrbar ist. In drei thematischen Schwerpunkten zeigt die Ausstellung, wie Licht Form und Raum modelliert, wie farbiges Licht Wahrnehmung und Stimmung beeinflusst und wie leuchtende Schrift Bedeutung generiert. So entsteht ein komplexes Geflecht aus formalen, technischen und inhaltlichen Bezügen.

Der Bereich Form konzentriert sich auf Licht als strukturierendes Element. Die Werke betonen mit der Reduktion auf ausschließlich weißes Licht die formale Erscheinung und lenken die Wahrnehmung auf Linienführung, Geometrie und räumliche Beziehungen. Ohne die Ablenkung durch Farbreize treten Rhythmus, Kontur und architektonische Bezüge in den Vordergrund. Die Lichtskulptur „Changing Neon Sculpture“ von Jeppe Hein erinnert z. B. trotz fehlender typischer Farben an Rubiks Zauberwürfel. Die Arbeit besteht aus 27 Neon- Würfeln, die in einer Gitterstruktur zusammengefügt einen größeren Würfel bilden, der sich in stetiger Veränderung befindet und in seiner Erscheinung auf die Besuchenden reagiert.

Im Raum Farbe herrscht Vielfarbigkeit: Ein breites chromatisches Spektrum entfaltet sich, in dem Künstler:innen die Farbe des Lichts gezielt einsetzen, um Kontraste, Übergänge und Harmonien zu erzeugen. Durch den bewussten Umgang mit Licht und Farbe schaffen sie Stimmungen, wecken Emotionen und lenken die Wahrnehmung der Betrachtenden. Die intensiv farbigen Arbeiten von Dan Flavin lassen die Betrachtenden durch ihre Lichtwirkung selbst zum Teil des Werks werden. Sie setzen Raum und Objekte zueinander in Beziehung und lösen die Farbe aus der Zweidimensionalität der Malerei.

Im größten Ausstellungsraum verdichten sich sprachliche Zeichen und visuelle Ebenen. Die großformatigen Neonarbeiten von Maurizio Nannucci strukturieren den Raum zwischen den sieben Meter hohen Pfeilern als Abfolge von Aussagen und Gegenbehauptungen. Fünf unterschiedlich farbige Statements wie WHAT TO SEE WHAT NOT TO SEE oder WHAT TO LOVE WHAT NOT TO LOVE mit jeweils über 3 Metern Höhe fügen sich in den monumentalen Raum und eröffnen ein Spannungsfeld zwischen Entscheidung und Ambivalenz. Licht fungiert hier als Medium, das Bedeutung nicht festschreibt, sondern in Bewegung hält.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem SCHAUWERK Sindelfingen und der Sammlung Schaufler. Die Leihgaben treten in einen Dialog mit den Räumen des ZFIL sowie im Rahmen der obligatorischen Führungen auch mit der Sammlung des Museums.

Der Titel LIGHT DIALOGUES verweist auf ein vielschichtiges Beziehungsgefüge: zwischen den Werken, zwischen zwei Institutionen sowie zwischen Kunst, Raum und Betrachtenden. In der Auseinandersetzung mit den Werken werden so Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Zusammenhänge deutlich, die den Dialog für die Betrachtenden öffnen und so den Austausch der Werke über die Schwerpunkte hinaus weiter anregen.

Anders als frühere Präsentationen, die häufig auf Rauminstallationen fokussierten, setzt diese Ausstellung bewusst auf Verdichtung. Die unmittelbare Begegnung mehrerer Werke eröffnet neue Resonanzen und macht Licht nicht als isoliertes Phänomen, sondern als relationales Medium erfahrbar, das sich besonders im Zusammenspiel entfaltet.

lichtkunst-unna.de

Bildunterschriften und /-nachweise:

1. Astrid Klein "Leap into the void - the ego dreams of wakefulness and will continue the dream of it" 1997/2004"
Gasentladungslampen (Leuchtstoff) mit Folienschrift beklebt, Stromkabel; SCHAUWERK Sindelfingen © Foto: Frank Kleinbach

2. Lori Hersberger "Sunset 184" 2006 Wandinstallation mit Neon, vierfarbig (magenta, rot, orange und gelb), LHX-N-9118406-1/3; SCHAUWERK Sindelfingen © Foto: Frank Kleinbach

3. Jeppe Hein "Changing Neon Sculpture" 2006 Neonröhren, Transformatoren, Sicherungs- und Steuereinheit
SCHAUWERK Sindelfingen © VG-Bild Kunst, Bonn 2026 Foto: Frank Kleinbach

4. John M Armleder "No Pain, Just Gain" 2002 Gasentladungslampen (Leuchtstoff), Stromkabel, Transformatoren, Intervallschaltung; SCHAUWERK Sindelfingen © Foto: Frank Kleinbach

5. Maurizio Nannucci Neoninstallationen, 2007 SCHAUWERK Sindelfingen © VG-Bild Kunst, Bonn 2026 Foto: Frank Kleinbach

6. Tracey Emin "You touch my Soul" 2012 Gasentladungslampen (Leuchtstoff), Stromkabel; SCHAUWERK Sindelfingen © VG-Bild Kunst, Bonn 2026 Foto: Frank Kleinbach

7. Brigitte Kowanz "Morsealphabet" 1998/2005 Neon, Aluminium Courtesy of SCHAUWERK Sindelfingen © VG-Bild Kunst, Bonn 2026 Foto: Frank Kleinbach

8. François Morellet "Pi piquant neonly, 1=2°" 2000 Gasentladungslampen (Quecksilber), Stromkabel Courtesy of SCHAUWERK Sindelfingen © VG-Bild Kunst, Bonn MNMO Foto: Frank Kleinbach