ausstellung // Der Bericht wird durch unsere Kultur- und Anzeigenpartner möglich
Longing for Trust
08. November 2026 bis 07. März 2027 ● Bottrop ● Josef Albers Museum Quadrat
Vertrauen wirkt als unsichtbare und verbindende Kraft in persönlichen Beziehungen ebenso wie in gesamtgesellschaftlichen Kontexten. Sie verortet sich dort, wo Wissen und Ungewissheit sich treffen; in privaten Beziehungen ebenso wie im Gefüge einer globalisierten Gesellschaft. Die Ausstellung Longing for Trust. Über das Vertrauen in der Kunst im Josef Albers Museum Quadrat Bottrop widmet sich diesem elementaren und doch so fragilen Phänomen durch die Perspektive der bildenden Kunst.
Longing for Trust versammelt Werke internationaler Künstler:innen seit den späten 1950er Jahren, die Vertrauen thematisieren, einfordern oder kritisch hinterfragen. So provoziert die Ausstellung ein Nachdenken über das Vertrauen, seine Voraussetzungen, Implikationen und Erscheinungsformen, sei es im intimen Dialog zwischen Werk und Betrachter:in oder in der Auseinandersetzung mit politischen Macht- und Kontrollsystemen. Die ausgewählten Kunstwerke laden dazu ein, dem gleichsam allgegenwärtigen und doch so spezifischen Begriff auf die Spur zu kommen und Vertrauen nicht als statischen Zustand, sondern als einen dynamischen Prozess zu begreifen, dessen Notwendigkeit und Gefährdung in der zeitgenössischen Kunst immer wieder eine zentrale Rolle spielt.
„The Mending Project“ ist eine interaktive Installation des Künstlers Lee Mingwei. Mit einfachen Materialien wie Faden, Farbe und Nadel entstehen Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nie kennengelernt hätten. Die Installation besteht aus einem langen Tisch, zwei Stühlen und einer Wand voller farbiger Garnrollen. Besuchende bringen beschädigte oder vielgeliebte Textilien mit, wählen einen Faden aus und lassen ihr Kleidungsstück reparieren. Dabei geht es nicht darum, Schäden unsichtbar zu machen. Im Gegenteil: Die Reparaturen fallen, oft durch bewusst kontrastierende Farben, auf. Jede Stickerei erzählt davon, dass etwas beschädigt war, Aufmerksamkeit erfahren hat und dadurch vielleicht sogar an Wert gewonnen hat. Das Herzstück des Kunstwerks ist die Begegnung: Während genäht und geflickt wird, entsteht ein Gespräch zwischen zwei Menschen. Die Gastgeber:innen sind dabei ein wesentlicher Teil der Installation und schaffen Raum für Austausch, Vertrauen und Verbindung.
Für das interaktive Kunstwerk „The Mending Project“ von Lee Mingwei werden Teilnehmer gesucht, die gemeinsam an einem Tisch, mitgebrachte Kleidungsstücke von Besucher:innen reparieren oder verzieren und mit diesen ins Gespräch kommen. Sichtbare Nähte und bunte Fäden machen jede Reparatur zu einem Zeichen dieser Begegnung und Verbindung. Entsprechende Details sind der Webseite zu entnehmen.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Lee Mingwei, The Mending Project, 2009 – heute© Courtesy of LEE Mingwei and LEE Studio
2. Trevor Paglen, Near Highway 80 (undatiert), 2024, Sublimationsdruck auf Aluminium© Trevor Paglen – Courtesy of the Artist and Jessica Silverman, San Francisco and Pace Gallery, New York
3. Marina Abramović / Ulay, Rest Engery, 1980 | Single channel video work, 4:04 Min© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – Courtesy of the Archives of Marina Abramović & LIMA Amsterdam and Sean Kelly, New York