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Marikiscrycrycry - Hang Time
16. & 17. Oktober 2026 ● Düsseldorf ● tanzhaus nrw
Hang Time ist eine choreografische Meditation über das Abhängen und das Hängen: in der Luft, am Leben, am seidenen Faden. Braids hängen tief in den Nacken. Körper hängen in der Zeit fest. Leben hängen voneinander ab. Zwischen Soca und Bouyon, Séance, Ritual und Gathering entsteht eine aufgeladene Welt, in der Tanz, Musik und Heimsuchung aufeinandertreffen.
Ausgehend von Schwarzen und karibischen Erfahrungsgeschichten untersucht Marikiscrycrycry Trauer, mentale Gesundheit und die Bruchstellen männlicher Gemeinschaften. Cornrows und Braids erscheinen dabei als Schutz, Codierung und Spur – als Linien, die Orientierung geben, verbinden oder sich plötzlich in ein Seil verwandeln können. Hang Time bewegt sich in der Spannung zwischen Fürsorge und Gefahr, Überleben und Kontrollverlust. Die Performer:innen tragen einander, verlieren einander, halten durch.
Aus einer zweijährigen künstlerischen Auseinandersetzung hervorgegangen, untersucht Hang Time, was mit einer Gemeinschaft geschieht, wenn sie von einem außergewöhnlichen Verlust getroffen wird. Acht Performer:innen bewegen sich durch Zustände von Erschöpfung, Zerfall, Beschwörung und Nachhallen.
Dabei ist Hang Time voller Gegensätze: dunkel und verspielt, intensiv und voller Freude, virtuos und erschöpft. Ein spiritueller Soundscape mit karibischen Instrumenten wie Calypso, Steel Pans und Tabla Drums trifft auf persönliche Pop-Tracks, die Erinnerungen wachrufen. Stilisierte Bilder spielen mit Schwerkraft und mit dem Moment des Schwebens. Das Hängen wird zum sozialen, historischen, choreografischen und metaphysischen Zustand.
Im Zentrum steht die Frage, was eine Gemeinschaft in Momenten von Verletzlichkeit und Verlust zusammenhält – und was in der Luft bleibt, nachdem jemand verschwunden ist.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. bis 3. Marikiscrycrycry - Hang Time the Niggaz` l-Ching © Foto: Ralf Hersborg