musikfestival // Der Bericht wird durch unsere Kultur- und Anzeigenpartner möglich

NOW! Festival 2026

24. Oktober bis 07. November 2026 ● Essen ● Philharmonie Essen 

Im Herbst wird Essen wieder zum Zentrum für die aufregende Welt zeitgenössischer Klänge: Die Philharmonie Essen lädt gemeinsam mit der Folkwang Universität der Künste, dem Landesmusikrat NRW und der Gesellschaft für Neue Musik Ruhr e. V. zum Festival NOW! ein.

In einer von Krisen und Kriegen geprägten Zeit gibt das Festival unter dem Motto „Transzendenz“ der Stille und Raumüberschreitung ein besonderes Gewicht. Das Motto steht für das Erkunden spiritueller Klangwelten, musikalischer Zwischenräume und das Vordringen an die Schwellen des Hörbaren – ein Ausloten von Erfahrungshorizonten jenseits des Vertrauten, das zugleich Raum für hochenergetische und ausdrucksstarke Werke eröffnet. In insgesamt 13 Veranstaltungen – von Raumklangerlebnissen und Orchesterkonzerten bis hin zu Workshops und Performances – bietet das Festival eine spannende Klangreise, bei der sechs Uraufführungen, eine deutsche Erstaufführung sowie wegweisende Klassiker der Moderne zu erleben sind.

Den Auftakt bildet am 24. Oktober, ab 15:00 Uhr ein eintrittsfreier Prolog unter dem Titel „NOW! vor Ort“ in der Neuen Musik Zentrale der Gesellschaft für Neue Musik Ruhr am Viehofer Platz und Umgebung. Gestaltet von Musiker:innen und Komponist:innen aus Essen, gestattet der Nachmittag mit improvisierter Musik, Performances und einem kleinen Kneipenkonzert vielfältige Einblicke in die lokale Szene. 

Das offizielle Eröffnungskonzert präsentiert am 30. Oktober, um 19:00 Uhr im Alfried Krupp Saal Karlheinz Stockhausens epochales Glaubenswerk „Inori“ für zwei Solisten und Orchester mit der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Wolfgang Lischke. In diesem Werk, dessen japanischer Titel übersetzt „Anbetungen“ bedeutet, stellen zwei Solist:innen überkonfessionelle Gebetsgesten dar, die akribisch mit den Strukturen der Partitur und den Klängen des Orchesters verschränkt sind.

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe steht der Komponist Mark Andre, der in seinen Kompositionen Übergänge an der Schwelle der Stille auslotet. Ausgehend von einer tiefen christlichen Religiosität widmet sich der in Frankreich geborene ehemalige Schüler von Helmut Lachenmann der Erkundung von Zwischenräumen und dem Phänomen des Entschwindens. Mit akribisch entworfenen Partituren spürt er zarten, fragilen Klangprozessen nach, die das Publikum in eine außergewöhnliche Klangwelt entführen. 

Am 01. November, um 19:00 Uhr erklingt sein raumfüllendes Bekenntniswerk „rwḥ 1–4“ für Ensemble, Chöre und Live-Elektronik, interpretiert vom Ensemble Modern, dem Mädchenchor am Essener Dom, dem WDR Rundfunkchor und dem SWR Experimentalstudio unter Ingo Metzmacher. 
Am 06. November, um 19:00 Uhr bringt das WDR Sinfonieorchester mit der Sopranistin Ilse Eerens unter Vimbayi Kaziboni sein neues Auftragswerk „Im Entsiegeln“ zur Aufführung, das beim diesjährigen Lucerne Festival aus der Taufe gehoben wurde. 
Zudem stehen seine „Vier Stücke für Klavier“ beim Konzert „Master Neue Musik“ (01. November, 16:00 Uhr) sowie das Trio „durch“ mit dem Trio Abstrakt (07. November, 18:00 Uhr) auf dem Programm.

Das Festival begeistert darüber hinaus mit zahlreichen weiteren Konzerterlebnissen: Am 31. Oktober, um 16:00 Uhr verbindet das Essener BenMo Trio im NATIONAL-BANK Pavillon der Philharmonie Essen eine Uraufführung von Georgia Koumará mit Bernd Alois Zimmermanns Klassiker „Présence“. Am selben Abend (31. Oktober, 19:30 Uhr) präsentiert das Studio Musikfabrik in der Neuen Aula der Folkwang Universität der Künste, die über ein neues 30-Kanal-Ambisonic-Soundsystem verfügt, unter anderem Uraufführungen von Stephan Winkler („The Doubtful Guest, by Edward Gorey“) und Simon Bahr („Library Music No. 3“).

Am 01. November, um 16:00 Uhr bringen Studierende des Masterstudiengangs Neue Künste im Museum Folkwang Werke von Pierre Boulez, Claus-Steffen Mahnkopf, Nicolaus A. Huber, Dieter Ammann und Mark Andre beim Konzert „Master Neue Musik“ zu Gehör.

Unter dem Titel „Beethoven electric“ blickt NOW! am 06. November, um 21:30 Uhr im NATIONAL-BANK Pavillon mit elektroakustischen Werken von Pierre Henry, Ludger Brümmer und einer Uraufführung von Jonty Harrison („Slow Movement“) bereits auf das Beethoven-Jubiläum 2027 voraus.

Am 07. November, um 18:00 Uhr stellt das Kölner Trio Abstrakt im NATIONAL-BANK Pavillon die Uraufführung von Franck Bedrossians „We never know we go when we are going“ sowie Werke von Alberto Posadas, Isabel Mundry (Deutsche Erstaufführung) und Mark Andre vor. Den mitreißenden Schlusspunkt setzt (07. November, 21:00 Uhr) im Alfried Krupp Saal eine hochenergetische Crossover-Kollaboration der Essener Indie-Band International Music und des 25-köpfigen Kult-Kollektivs The Dorf (inklusive einer Uraufführung von Peter Rubel).

theater-essen.de

Bildunterschriften und /-nachweise:

1. Ilse Eerens © Foto: Clara Evens

2. The Dorf © Foto: Karl F. Degenhardt

3. Trio Abstrakt 2025 © Foto: Rebecca ter Braak