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Romanischer Sommer 2026
07. Bis 12. Juni 2026 ● Köln ● Kirchen Kölns
Der Romanische Sommer Köln stellt seine Festivalausgabe 2026 unter das Leitmotiv „ODEM“. In den romanischen Kirchen der Stadt entfaltet sich ein spartenübergreifendes Programm in 16 Konzerten zwischen Alter Musik, Gegenwartskunst, Klanginstallation, Vokal- und Ensembleprojekten, Improvisation und globalen Traditionen. Im Zentrum steht die Idee des Atems als Ursprung von Klang, Stimme und musikalischer Bewegung – spirituell, körperlich und in den Räumen der romanischen Kirchen unmittelbar akustisch erfahrbar.
Das Ensemble Vox Luminis unter Leitung von Lionel Meunier eröffnet am 7. Juni das Festival in St. Maria im Kapitol mit einem von Brahms‘ Deutschem Requiem inspirierten Requiem-Zyklus aus Werken des 17. Jahrhunderts. Glanzvolle vokale Programme von preisgekrönten Vokalensembles bilden einen Schwerpunkt: Polyharmonique stellt Bußpsalmen von Wolfgang Carl Briegel und Motetten von Heinrich Schütz gegenüber. Eine große Britten-Hommage zum 50. Todestag mit der Capella Vocale St. Aposteln, ein Mendelssohn-Best-of mit dem Bachverein Köln oder die bewegendsten geistlichen Werke des Renaissance-Stars Josquin des Prez mit amarcord schlagen einen großen Bogen.
Zeitgenössische und genreübergreifende Positionen setzen markante Kontraste dagegen: Eine Wiederaufnahme in aktualisierter Fassung von Maria de Alvears Ritualwerk Baum mit Cora Schmeiser und Drums off Chaos, neue Werke von Paul Pinto für Stimme und Orgel in der Kunst Station Sankt Peter mit Michael Veltman sowie das Tanz-Musik-Projekt mit dem Tänzer Germain Zambi und dem Kontrabassisten Florentin Ginot verbinden Performance, Elektronik und körperliche Ausdrucksformen. Das VokalOrchester NRW präsentiert mit „Vox humana moderna“ ein neues Programm zwischen zeitgenössischer Vokalkunst und Jazz.
In vier Mittagskonzerten im Museum Schnütgen / St. Cäcilien sind experimentelle Formationen und Troubadour-Lieder des Mittelalters zu erleben: Mystische Texte aus Christentum, Judentum und Islam treffen in einem Duo-Programm von Barbara Schachtner und Roger Hanschel auf zeitgenössische Klangsprache. Internationale Perspektiven bringen unter anderem die ukrainische Sängerin Andriana-Yaroslava Saienko mit dem Elektronikkomponisten Heinali sowie der Sheng-Virtuose Wu Wei ein. Mittelalterliche Klangwelten, Weltmusikformate und improvisatorische Ansätze ergänzen das Programm. Den großen Abschluss bildet die traditionelle Romanische Nacht in St. Maria im Kapitol mit vier Acts und geselligen Intermezzi im Kreuzgang von 20 Uhr bis Mitternacht.
Sechs der insgesamt zwölf romanischen Kirchen Kölns bereiten der Musik eine Bühne: St. Cäcilien (Museum Schnütgen), St. Pantaleon, St. Maria Lyskirchen, St. Andreas, St. Maria im Kapitol sowie die Kunst Station Sankt Peter. In diesem Jahr wird erstmals offiziell in Zusammenarbeit mit dem Verein Romanischen Kirchen Köln e.V. Gästen des Festivals jeweils eine Viertelstunde vor Konzertbeginn eine kundige kunsthistorische Kurzführung angeboten. Der Romanische Sommer Köln verbindet seit 1988 Musik unterschiedlichster Epochen und Kulturen mit den besonderen Resonanzräumen der romanischen Kirchen – 2026 als Festival des Atems, der Stimme und der klingenden Präsenz.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. © Antoine Jaussaud
2. Vox Luminis © Foto: Cleslie Artamonow
3. Wu Wei © Foto: Elsa Thorp
4. © Julen Aichiary
5. Ensemble Amarcord © Foto: Anne Hornemann
6. © Paul Pinto