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Thomas Schütte
14. November 2026 bis 11. April 2027 ● Düsseldorf ● Kunstsammlung NRW - K21
Neben seinen bekannten Skulpturen wie Vater Staat und Mutter Erde präsentiert die Ausstellung Schüttes Architekturmodelle und widmet dieser zentralen Werkgruppe erstmals einen umfassenden Überblick.
Schüttes Werk zeichnet sich durch eine kritische, oft ironische Auseinandersetzung mit Menschsein, Gesellschaft und Macht aus.
Die Schau eröffnet einen neuen Blick auf Thomas Schüttes außergewöhnlich vielseitiges Schaffen und zeigt, wie er Vertrautes hinterfragt, um damit neue Vorschläge für Gegenwart und Zukunft zu geben.
Mit einem Fokus auf Schüttes seit den 1980er-Jahren entstandenen Architekturmodellen und neueren skulpturalen Arbeiten aus Bronze, Stahl, Keramik und Glas zielt die Ausstellung darauf ab, seine gegenwärtige Praxis im grundlegenden Nachdenken über den Raum als künstlerischem Medium zu verorten. Sie bietet einen Überblick über die wichtigsten Felder seines künstlerischen Schaffens und führt die Besucher:innen an einen der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart heran. Es handelt sich um die erste museale Überblicksausstellung seiner Arbeiten in Deutschland seit 15 Jahren.
1981 stellte er seine ersten Architekturmodelle in der von Laszlo Glozer und Kasper König kuratierten Ausstellung Westkunst in den Kölner Messehallen aus. 1984 nahm er an der von Kasper König organisierten Ausstellung Von hier aus – zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf teil. Zudem war er 1987, 1992 und 1997 Teilnehmer der documenta in Kassel. 2005 erhielt er den Goldenen Löwen als bester Künstler der Biennale von Venedig.
Im Umfeld minimalistischer und konzeptueller Tendenzen künstlerisch sozialisiert, begann Schütte früh, sich kritisch mit den vorherrschenden Kunstströmungen seiner Zeit auseinanderzusetzen. Insbesondere führte er erzählerische Elemente ein und interessierte sich für die gesellschaftliche Rolle von Kunst, Architektur und Gestaltung. Dabei war von Beginn an der Raum selbst das zentrale Gestaltungselement. Dies beginnt bei frühen Tapeten- und Mauer-Arbeiten und bei den Wandarbeiten mit Ringen und setzt sich fort über die architektonischen Modelle bis zu den autonomen Skulpturen, die sich immer relational auf den sie umgebenen Raum beziehen, und mit diesem in kalkulierte Wechselwirkung treten.
In der Konzentration auf Modelle, Gemälde und Aquarelle einerseits und neuere skulpturale Werke anderseits, zeigt die Ausstellung beispielhaft, wie Schütte den Raum mit Formen, Gesten und Emotionen auflädt und das Museum in eine begehbare Gesamtinstallation überführt.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Thomas Schütte, Mutter Erde, 2024, Bronze, ca. 380 x 120 x 95 cm, Pinault Collection, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 © Foto: Matteo De Fina
2. Thomas Schütte, Blumen für Konrad, 1997-98, Aquarell auf Papier, 39 x 29 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 © Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf
3. Thomas Schütte, One Man House III, 2005, Holz, Mischtechnik, 283 x 123 x 188 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 © Foto: Wilfried Petzi
4. Thomas Schütte, Old Friends Revisited No. 9, 2021/2024, glasierte Keramik