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Utopie 2. Liebe · Glaube · Hoffnung
Bis 31. Oktober 2026 ● Mülheim an der Ruhr ● Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
Die Werke der Städtischen Sammlung sind facettenreich und eröffnen je nach Betrachtungswinkel neue Perspektiven. Mit dem Ausstellungsformat „SAMMLUNG+“ setzt sich das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr kritisch mit der eigenen Sammlung auseinander und bringt mit wechselnden Präsentationen Dynamik ins Spiel. Zugleich wird die 2025 begonnene Kooperation mit dem Theater an der Ruhr fortgesetzt. Anknüpfend an das Spielzeitthema „UTOPIE“ präsentiert sich ein Parcours an ausgewählten künstlerischen Positionen, von Klassikern der Moderne bis in die Gegenwart.
Zudem wird mit dem Fokus auf die Begriffe „Liebe“, „Glaube“ und „Hoffnung“ ein Bogen zur europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst Manifesta 16 Ruhr geschlagen, die in diesem Jahr in säkularisierten Kirchen des Ruhrgebiets stattfindet. Angesichts aktueller gesellschaftlicher und globaler Krise wirft der Blick auf die drei theologischen oder auch „göttlichen“ Tugenden Fragen auf: Inwieweit erfüllen Kirchenbauten als Orte des Glaubens, der Zusammenkunft, der Gemeinschaft heute noch ihre Funktion und werden als diese auch angenommen?
Wo lösen sich Strukturen auf und geben Raum für Transformation und Neubestimmung? Welche Kraft hat die Sehnsucht und das angestrebte Ziel nach einer alles erfüllenden Liebe? Sind es Wunschvorstellung, unerreichbare Ideale und die Realität erzählt doch vom Scheitern, von Einsamkeit und geplatzten Träumen und Schwärmereien?
Und was ist mit der Hoffnung – auf ein besseres Morgen, auf Frieden, auf ein Leben in Leichtigkeit? Eine UTOPIE oder Motivation und Antrieb zum Wandel?
Transzendente, durchscheinende Kirchenarchitekturen in Werken von Lyonel Feininger, August Macke und Silke Schatz, das Motiv des Kreuzes bei Joseph Beuys sowie die mythologische Liebesgeschichte zwischen Daphnis und Chloé von Marc Chagall laden ein zur Reflexion und Diskurs.
Im Dialog mit den Sammlungswerken des Kunstmuseums spannen Assemblagen des Düsseldorfer Künstlers Matthias Lahme den thematischen und visuellen „roten Faden“: Verbunden mit Elementen der Popkultur verweisen seine Rosenkranz-Readymades auf religiöse Attribute und Rituale zwischen Gebetsgestus, Frömmigkeitsbekundung und kirchlicher Statussymbolik. Als „Hybrid aus Ikone und Emoji“ beschreibt Matthias Lahme die kompositorische Anordnung der zwischen gespreizten Fingern arrangierten Gebetsketten und bricht subversiv wie augenzwinkernd deren Eindeutigkeit auf.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Matthias Lahme, ohne Titel 2018 © Foto: Achim Kukulies
2. Dalí "Die Göttliche Komödie - Zweiter Ring - Ring des Stolzes" 1960
3. Dine RED DESIGN FOR SATIN HEART © Helena Grebe
4. August Macke "Beflaggte Kirche" 1914
5. Matthias Lahme, ohne Titel 2018 © Foto: Achim Kukulies