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Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash - How We Meet
Bis 13. September 2026 ● Bochum ● Kunstmuseum Bochum
Ausgangspunkt dieser teils partizipativen Ausstellung ist die große Fluxus-Schau How We Met, die zum ersten Mal die Schenkung von Fluxus-Kunstwerken der verstorbenen Galeristin Inge Baecker an das Kunstmuseum präsentierte. Yuko Mohri und Ei Arakawa-Nash haben sich von Kunstwerken aus dieser Sammlung inspirieren lassen.
Beide Künstler:innen sind von experimentellen Kunstströmungen wie der Fluxus-Bewegung geprägt. Genreübergreifend und mit einfachen Mitteln definierten die Fluxus-Künstler:innen seit den 1960er Jahren die Kunstproduktion radikal neu. Die Ideen standen im Vordergrund, weniger das einzelne Genie.
Für How We Meet haben Mohri und Arakawa-Nash nun Begegnungen aller Art geschaffen: zwischen Wasser und Raum, Apfel und Strom und ihren eigenen Ideen und denen jener Fluxus-Künstler:innen, auf die sie in der Sammlung treffen - wie Alison Knowles, Daniel Spoerri, Wolf Vostell, Mauricio Kagel und Geoffrey Hendricks.
Yuko Mohri kombiniert Klang und Readymades und arrangiert so alltägliche Gegenstände wie Regenschirme, Papierrollen, Glühbirnen, Lebensmittel und andere organische Materialien oder Ventilatoren zu ortsspezifischen Installationen. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht oder die Bewegungen des Publikums im Raum beeinflussen die Choreografie ihrer Skulpturen. Glühbirnen gehen an und aus, Glocken läuten, Schläuche pumpen, Gabeln schwingen rhythmisch und zufällig.
Kompostieren und Komponieren liegen bei Yuko Mohri nah beieinander. Decomposition: 24 Red ist eine Installation bestehend aus Elektroden und Früchten. Die Früchte sind an Elektroden gekoppelt und produzieren während ihrer Verwesung Elektrizität. Elektrische Signale verwandeln sich in flackernde Lichter und eine sich wandelnde Komposition entsteht. Die Früchte werden zur Energiequelle für die Leuchten — Licht im Tausch gegen Zucker. Die Äpfel verrotten und ihr innerer Zustand verändert sich, wodurch sich auch die Intensität des Lichts verändert. Wenn die Früchte reifen und verrotten, verströmen sie den süßen Geruch der Verwesung und werden schließlich auf dem Kompost gesammelt, und damit Nährboden für neue Pflanzen.
Besucher können an dem Kunstwerk teilhaben, indem Sie einen Apfel von den Elektroden nehmen und gegen eine neue Frucht austauschen. Samstags ist Obsttag und es gibt frische Früchte am Empfang.
Ei Arakawa-Nash arbeitet performativ und bezieht Alltagsgegenstände, Kunstwerke und Menschen als gleichberechtigte Akteur:innen in seine Kunst ein. Klang und Lyrik spielen für Mohri sowie Arakawa-Nash eine zentrale Rolle. Zu sehen sind bestehende und neue Produktionen des Künstlers, die so trocken und nüchtern wirkende Systeme wie Währungen und Kunstmarkt, den eigenen CO2-Fußabdruck oder den Wert von Arbeit in den Fokus nehmen.
Ei Arakawa-Nashs Reise für diese Ausstellung von seinem Wohnort in Los Angeles über Venedig nach Bochum verursachte ca. 3,47 Tonnen CO2-Äquivalent. Im Vergleich: Die Produktion und der Lebenszyklus des Gemäldes Sky window des Fluxus-Künstlers Geoffrey Hendricks verursachte 98,43 kg CO2e. Beim Teil der Performance „Bochum Steps“ können Besucher dabei helfen die CO2- Emissionen des Künstlers zu kompensieren. Mit ausgeliehenen Stelzen können die Schritte erfasst und gesammelt werden. Jeder Schritt zählt ein Eurocent, der zum Erwerb von Zertifikaten genutzt wird.
In vielen Gesprächen und entlang ihres gedanklichen Konzepts "Water Money Salad" haben Mohri und Arakawa-Nash eine Ausstellung in Form eines spielerischen Parcours inszeniert. Die Themen Wasser, Geld und Salat verbinden mal metaphorisch, manchmal wortwörtlich die Kunstwerke beider Künstler:innen mit den Kunstwerken aus der Fluxus-Sammlung.
"Water Money Salad" ist außerdem der Titel der mehrteiligen Performancereihe, in der Ei Arakawa-Nash zusammen mit Studierenden der Klasse von Ari Benjamin Meyers der Kunstakademie Düsseldorf die Ausstellung bespielt.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum © Holtgreve
2. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum - YUKO MOHRI "Moré Moré (Leaky)" 2025/26 © Holtgreve
3. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum © Holtgreve
4. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum - YUKO MOHRI "Decomposition: 24 Red" 2026© Holtgreve
5. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum - MAURICIO KAGEL "Ludvig Van (Musikzimmer) 1970" © Holtgreve
6. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum - EI ARAKAWA-NASH "The Kyoto Protocol (Bochum Steps)" 2026 © Holtgreve
7. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum - EI ARAKAWA-NASH "LED-Paintings" 2020 © Holtgreve
8. Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash "How We Meet" Kunstmuseum Bochum © Holtgreve