festival

Ruhrfestspiele – Vergnügen und Verlust

Bis 08. Juni 2024 ● Recklinghausen ● verschiedene Orte Recklinghausen

Vom 1. Mai bis zum 8. Juni laden die Ruhrfestspiele unter dem Motto „Vergnügen und Verlust“ zu einem internationalen, politisch motivierten, genreübergreifenden Theaterfestival für alle Generationen ein. Richtungsweisende Schauspiel- und Tanzproduktionen aus der ganzen Welt, deutschsprachige Inszenierungen mit bekannten nationalen Schauspieler:innen, Literatur, Neuer Zirkus und Kinder- und Jugendtheater stehen dabei im Zentrum. Performative Arbeiten, Bildende Kunst sowie Diskursformate und ein Musik- und Kabarettprogramm ergänzen das Programm.

Bereits das Eröffnungswochenende der Ruhrfestspiele zeigt exemplarisch die ganze Bandbreite des neuen Spielplans. Rund um das Motto sind aus den vier Genres Neuer Zirkus, Literatur, Bildende Kunst und Schauspiel internationale Künstler:innen zu Gast: Erstmalig eröffnen die Ruhrfestspiele mit einer Produktion des Neuen Zirkus. Die bekannte australische Kompanie Gravity & Other Myths unter der künstlerischen Leitung von Darcy Grant zeigt ihre Show „The Pulse“, in der neben den 24 Akrobat:innen der Frauenkonzertchor der Chorakademie Dortmund auf der Bühne stehen wird. Die literarische Eröffnungsrede hält die Autorin und Übersetzerin Esther Kinsky. In ihren Texten hat sie sich der Erkundung und Überwindung der Fremde als existentielle, menschliche Erfahrung verschrieben. Die Kunstaustellung der Ruhrfestspiele in der Kunsthalle Recklinghausen präsentiert in diesem Jahr die erste Einzelausstellung von Søren Aagaard in Deutschland. Der dänische Künstler befragt das performative Potenzial von Essen und Kunst. Und im Schauspiel bieten die Ruhrfestspiele am Tag nach der Eröffnung ebenfalls eine internationale Arbeit: Der portugiesische Regisseur Tiago Rodrigues, Künstlerischer Leiter des Festival d’Avignon, zeigt „As Far As Impossible“. Die mehrsprachige, intime Aufführung stellt echte Geschichten von Mitarbeiter:innen weltweiter Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Rotes Kreuz ins Zentrum und thematisiert die Spannungsfelder menschengemachter Konflikte und Naturkatastrophen.

Politisches Theater aus den verschiedensten Teilen der Welt steht weiterhin im Zentrum der Ruhrfestspiele. Zu den politischen Arbeiten zählt unter anderem auch die dokumentarische Materialperformance der in El Salvador und Deutschland aufgewachsenen Künstlerin Laia RiCa. „Kaffee mit Zucker?“ lenkt den Blick auf die Seite des Kaffees, die wir lieber vergessen oder ignorieren wollen und thematisiert Ausbeutung und den bis ins Heute reichenden Kolonialismus. Einen zweiten Schwerpunkt bilden Schauspielproduktionen großer deutscher Bühnen mit bekannten Spieler:innen, die als willkommene Gäste zum Teil schon eine längere Ruhrfestspielgeschichte haben.

Im Tanz haben die Ruhrfestspiele in diesem Jahr jeweils als Deutschlandpremieren - „Mass Effect“, choreografiert von Andreas Constantinou und „Rave Lucid“ von Brandon Masele und Laura Defretin. Zudem wird die italienische Choreografin Silvia Gribaudi, hochgelobte Prophetin des befreiten Körpers, mit ihrer ausgezeichneten Choreografie „Graces“ zu Gast sein.

Kuratiert von Sharon Dodua Otoo und Patricia Eckermann gibt es in diesem Jahr eine große Ausgabe von „Resonanzen – Schwarzes Internationales Literaturfestival“. Die Eröffnungsrede am ersten Abend hält die Booker-Preisträgerin Bernardine Evaristo.

Über 620 Künstler:innen aus der ganzen Welt werden mit ihren Produktionen und Vorstellungen Teil der diesjährigen Ruhrfestspiele sein. Der Spielplan 2024 enthält 90 Produktionen mit rund 220 Veranstaltungen, davon u. a. vier Uraufführungen und sechs Deutschlandpremieren. Insgesamt fünf Produktionen sind koproduziert bzw. entstehen in Kooperation mit den Ruhrfestspielen. Die Ruhrfestspiele nutzen zahlreiche Spielstätten. Neben den zentralen Spielorten im Ruhrfestspielhaus finden die Aufführungen zudem u. a. in der Halle König Ludwig 1/2, im Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt und an zahlreichen weiteren Orten statt.

www.ruhrfestspiele.de

Bildunterschriften und /-nachweise:

1. "Kaffee mit Zucker" von Laia RiCa © Foto: Pablo Hassmann

2. "The Pulse" von Gravity & Other Myths, Leitung: Darcy Grant © Foto: Carnival Cinema

3. "The Silence" Falk Richter © Foto: Gianmarco Bresadola

4. "Mass Effect" Choreografie: Andreas Constantinou © Foto: Christoffer Brekne

5. "König Lear" Jan Bosse © Foto: Armin Smailovic

6. "Graces" Choreografie: Silvia Gribaudi © Foto: Giovanni Chiarot