ausstellung | köln

Jay Chung & Q Takeki Maeda


bis 23. Juni 2019

 

Organisiert man eine Ausstellung, die einen Überblick über das Gesamtwerk eines Künstlers geben soll, so geschieht dies üblicherweise in Form einer Geschichte. Diese Geschichte enthält für gewöhnlich die Geburt des Künstlers („geboren im ländlichen Rumänien“), einen richtungsweisenden Moment in seiner Karriere („Er zog dann nach Paris, wo er seine philosophischen Studien an der Sorbonne fortsetzte“) und eine Phase des Strebens nach künstlerischem, kulturellem oder politischem Erfolg („Diese Identitäten prägen seine Arbeit seit über 30 Jahren“). Diese Berichte von individueller Entwicklung sind – wenn auch sachlich korrekt – konstruiert oder genauer gesagt: werden von Kunstfachleuten fabriziert und aufrechterhalten. Solche Narrative tragen zur immateriellen Qualität von Einzigartigkeit und Authentizität bei, die sowohl in Kunstwerken als auch bei Künstlerpersönlichkeiten wahrgenommen werden. Die Erfahrung dieses Phänomens, abstrakt und ungreifbar per Definition, ist aufgeladen mit Widersprüchen und Zweideutigkeit. So werden die charakteristischen Qualitäten der Arbeit und Biografie eines Künstlers als Produkt nur eines einzigen Individuums gesehen, während selten anerkannt wird, dass sie in Wirklichkeit dem Objekt oder Individuum zuteilwerden und in diesem Sinne der kollektive Ausdruck der gemeinsamen Ansichten, Werte und gelebten Erfahrungen der diskursiven Kunstwelt sind.

    

www.koelnischerkunstverein.de

  • Kölnischer Kunstverein, Jay Chung and Q Takeki Maeda, The Auratic Narrative 2019 Installation view, © Foto Simon Vogel
  • Kölnischer Kunstverein, Jay Chung and Q Takeki Maeda, Untitled (from the exhibition Dull and Bathos) © Galerie Francesca Pia
  • Kölnischer Kunstverein, Jay Chung and Q Takeki Maeda, The Auratic Narrative 2019 Installation view, © Foto Simon Vogel